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Öhningen-Wangen Erinnerung an jüdisches Leben

07.11.2009


Einen „starken Hinweis“, auf das schlimme Geschehen vor 71 Jahren will sich die Ortschaft Wangen auf der Höri an dem Grundstück am Seeweg zulegen, auf dem bis 1938 die jüdische Synagoge stand. Am 10. November 1938 wurde das Gotteshaus von SS-Männern aus Radolfzell abgebrannt. Nun soll das Eingangstor der Synagoge wiedererstehen. Am kommenden Montag (18 Uhr) ist Grundsteinlegung.

Öhningen-Wangen – Wangen sei „ein ganz spezielles Dorf auf der Höri”, stellt Ortsvorsteher Thomas von Gottberg fest und meint die über 300-jährige Lebensgemeinschaft von Christen und Juden. Sie endete schlagartig am 9. November 1938 mit der Pogromnacht der Nationalsozialisten. Sie zündeten im ganzen damaligen „Reich” jüdische Gotteshäuser und Häuser an. Am 10. November war es auch in Wangen soweit. SS-Leute aus Radolfzell brannten die Synagoge am Seeweg nieder. Von den 1933 zu Beginn der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in Wangen noch lebenden 20 jüdischen Mitbürgern kamen bis Kriegsende mindestens sechs um.

„Ein gemäßes Gedenken“
Nun soll die heute 1840 Einwohner zählende Ortschaft, wie es der Ortsvorsteher formuliert, „ein unserem Dorf gemäßes Gedenken” erhalten. Das Synagogentor, das nach Originalfotos der Synagoge in „annähernd gleicher Form” am Seeweg wiedererstehen soll, befindet sich dann neben dem Gedenkstein, der heute schon daran erinnert, dass sich hier einmal die Synagoge befand. Man habe, so von Gottberg, nach einem „etwas stärkeren Hinweis” gesucht und sei so auf die Rekonstruktion des Synagogentores gekommen. Die Idee kam 2007 im Arbeitskreis Kultur des kurz zuvor neu gegründeten Gäste-, Kultur- und Dorfvereins Wangen auf.

Das rekonstruierte Synagogentor wird in seine Gestaltung Teile des ursprünglichen Geländetores aufnehmen. Das sind die beiden den einstigen Zugang flankierenden Sandsteinsäulen, sowie Elemente des eigentlichen Synagogentores, die sich in dem zweiteiligen, aus Eisen geschmiedeten neuen Tor wiederfinden werden.

Das Tor soll im Winter offen stehen und den Blick auf das einstige Synagogengrundstück freigeben, das nach dem Krieg in den Besitz der Gemeinde Wangen überging und heute als Campingplatz dient. Während der Sommermonate bleibt das Tor geschlossen und wird mit Pflanzkübeln dekoriert werden. An den beiden Sandsteinsäulen werden Infotafeln angebracht, die an das 300-jährige jüdisch-christliche Zusammenleben in Wangen erinnern

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