Öhningen-Schienen Abschied von einem liebenswerten Menschen
03.07.2008
G. Schellberger
Öhningen-Schienen (ex) Als "Dank an einen Mann, der sich um die Erforschung der Geschichte seines Heimatorts Schienen verdient gemacht hat" wollte Ortsvorsteher Wolfgang Menzer es verstanden wissen, dass der Sarg mit den sterblichen Überresten Gerfried Schellbergers von ihm und fünf weiteren Ortschaftsräten von Schienen zu Grabe getragen wurde. Wie bereits berichtet, verstarb der seit 1956 in Schienen ansässige Maler, Bildhauer Schriftsteller und Ortschronist in seinem 90. Lebensjahr und wurde am Montagnachmittag im Beisein einer großen Trauergemeinde auf dem Dorffriedhof neben der Wallfahrtskirche von Schienen beigesetzt.
Vorausgegangen war ein Seelenamt, das der Öhninger Pfarrer Stefan Hutterer gemeinsam mit dem früheren Pfarrverweser von Schienen, Rudolf Gygax, hielt. Nach sehr berührenden einleitenden Worten Hutterers, in denen dieser an die große Gläubigkeit des Verstorbenen erinnerte, erinnerte Rudolf Gygax in seiner Predigt an die Jahre 1956 bis 1960, als er und das gerade ins Dorf gekommene Lehrerehepaar Gerfried und Emmi-Goldrun Schellberger zusammen in der alten Propstei lebten.
Man sei immer bestens miteinander ausgekommen, erinnerte sich der betagte Geistliche und auch Ortsvorsteher Wolfgang Menzer nannte Schellberger einen "liebenswerten und wertvollen Nachbarn". Als Lehrer sei er "kein Pauker" gewesen, sondern immer sehr menschlich zu seinen Schülern, als Besitzer des ersten Fotoapparats nach dem Krieg im Dorf sei er zum geschätzten Dorfchronisten geworden, was schließlich auch zu seiner zweibändigen, profunden Chronik beigetragen habe. Und als Künstler sei Schellberger ein Begriff weit über die Ortsgrenzen hinaus.
Rechtzeitig habe er sein umfangreiches künstlerisches Werk in eine Stiftung eingebracht, womit es der Nachwelt erhalten bleibe. Für die in München ansässige und der Förderung von Forschung, Wissenschaft und Kultur dienende Kester-Haeusler-Stiftung sprach Professor Volker Thieler.
Er nannte den Verstorbenen nicht nur einen "Mensch von unglaublicher Bescheidenheit" sondern auch "von unglaublicher Energie", was sich in seinem umfassenden künstlerischen Werk niedergeschlagen habe. Mit seinem Werk, versprach der Professor aus München, "wird er nicht in Vergessenheit geraten".
