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Konstanz Eltern-Lobbyist will Oberbürgermeister werden

19.05.2012
Konstanz -  Henning Tartsch (51, parteilos) ist der zehnte Bewerber bei der Konstanzer OB-Wahl

Will Oberbürgermeister werden: Henning Tartsch, 51, Inhaber einer Werbeagentur und eines Architekturbüros sowie langjähriger Vorsitzender des Gesamtelternbeirats.  Bild: Rau

Will Oberbürgermeister in Konstanz werden: Henning Tartsch, Inhaber einer Werbeagentur und eines Architekturbüros sowie langjähriger Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Schulen der Stadt.  Bild: Jörg-Peter Rau

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Seine Pressekonferenz hielt er in einem Klassenzimmer des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums ab, und als Zuhörer hatte er sich gleich einige Oberstufenschüler organisiert: Henning Tartsch, einer der bekanntesten Vertreter der Konstanzer Eltern-Lobby, will Oberbürgermeister der Stadt werden. Am Freitag erklärte der 51-Jährige, er habe sich zur Kandidatur entschlossen, weil ihn keiner der neun vor ihm angetretenen Bewerber inhaltlich überzeugt habe. Der parteilose Inhaber einer Werbeagentur und eines Architekturbüros tritt ohne Unterstützung einer Partei oder politischen Gruppierung an. Am 1. Juli hofft er auf einen Platz unter den besten drei und will sich in diesem Fall auch einem zweiten Wahlgang stellen.

Thematisch setze er auf vier Bereiche, sagte Tartsch: Jugend, Senioren, Wirtschaft und Umwelt. Er, der sich als zentraler Förderer des Schul- und Kindergarten-Ausbauprogramms der vergangenen zehn Jahre bezeichnete, habe mehr zu bieten als die Elternarbeit, in der er sich von 1996 bis 2010 einsetzte. „Eine Stadt ist nur so gut, wie sie sich um ihre jüngsten und ältesten Bürger kümmert“, sagte er. Er wolle als Oberbürgermeister dafür kämpfen, dass Kinder beste Startchancen und Senioren die Möglichkeit eines selbstbestimmten und selbstständigen Altwerdens bekämen.

Neben der Bildungspolitik, „Wirtschaftsförderung im besten Sinne“, will er sich nach eigenen Worten um die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts kümmern, das Verkehrsproblem bekämpfen, die Innenstadt auch für Autofahrer attraktiv halten und leerstehende Gewerbeflächen neu nutzen. Außerdem will er Konstanz bis 2050 zur klimaneutralen Kommune machen und dabei den Ausstoß von Treibhausgasen stark eindämmen sowie die dann noch nötigen Ausgleichsmaßnahmen auf den Weg bringen. Seine Agentur arbeite seit zwei Jahren nach diesem Prinzip.

Wie er sein ambitioniertes Ausbauprogramm für Jugendliche und Senioren finanzieren will, ließ Tartsch zunächst offen. Im Zweifelsfall seien gute Schulen aber wichtiger als gute Straßen. Den Wohnungsbau will er mit einem Neubaugebiet am Bettenberg, auf dem früheren Übungsplatz der Konstanzer Garnison, voranbringen.

Über sich selbst sagte Tartsch, er sei ein politisches „Schwergewicht“, das in den vergangenen Jahren viele Debatten in Konstanz geprägt habe. Er sieht sich als „wertkonservativ“ und betonte: „Ich bin ein freier und politischer Mensch“. Seine Kompetenz für das OB-Amt nehme er aus den 23 Jahren, in denen er engagierter Bürger der Stadt sei. Fehlenden Rückhalt von Parteien werde er bei der Arbeit für die Stadt in Stuttgart oder Berlin durch Tatkraft wettmachen: „Ich bin“, so der dreifache Vater, „kein Verwalter, sondern ein Macher. “ Formblätter für Unterstützungs-Unterschriften legte er jedenfalls gleich mal im Humboldt-Klassenzimmer aus.

Konstanz hat gewählt: Am 15. Juli 2012 waren mehr als 60.000 Wahlberechtige aufgerufen, über einen neuen Oberbürgermeister abzustimmen. Uli Burchardt setzte sich in einem spannenden Wahlkampf mit 39,1 Prozent der Stimmen durch. Kandidaten, Wahlkampf und Analysen: Lesen Sie alles Wichtige rund um die Oberbürgermeisterwahl in unserem großen Online-Extra!

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