Moos Unterhaltung statt Narrenschelte
Der Lacher des Abends: Die Holzer der Mooser Rettichzunft boten beim bunten Abend eine schräge Tanzeinlage. Bild: Gerald Jarausch
Sandra Hugenschmidt als Amy-Winehouse-Imitatorin. Bild: Gerald Jarausch
– Mit einem Potpourri aus Musik, Tanz und komischen Ereignissen und Begebenheiten aus ihrem Ort nahmen am Samstagabend die Mooser Rettiche das vergangene Jahr unter die närrische Lupe. Wie gewohnt hatte das Ganze die typische Leichtigkeit, die man in Moos bereits kennt. Die bunten Abende der Mooser Rettichzunft werden nicht zuletzt aus diesem Grund nicht nur von den eigenen Mitgliedern gerne besucht. Närrische Gäste aus den Nachbarorten der gesamten Höri sind hier der Normalzustand. Seit Jahren wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, das trotz närrischer Schelte nie in niveaulose Abgründe abdriftet.
Das war auch in diesem Jahr so. Vor allem die Nummern, die weniger dem Dorfgeschehen als der reinen Unterhaltung dienten, kamen besonders gut im vollbesetzten Bürgersaal von Moos an. Ob die jungen Amigas, die Schlümpfe, Marktweiber und Holzer oder sogar solo Sandra Hugenschmidt als Amy Winehouse, immer wenn es tanzend und musikalisch auf der Bühne zuging, kamen die Narren im Saal in Stimmung. Besonders die Holzer, jene jungen und kräftigen Männer des Ortes, konnten mit einer sauberen Tanzeinlage das Publikum verzücken. Eine vergleichbare Aufführung hatte es bereits einen Abend zuvor im Nachbarort Weiler gegeben und dort ebenfalls für viel Zustimmung gesorgt. Die Akteure auf beiden Seiten versicherten jedoch, nichts von den Planungen der närrischen Kollegen gewusst zu haben.
Etwas schwerer tat man sich am Samstagabend mit dem Dorfgeschehen und heimlichen Pannen der Bewohner. Da hatte man in den vergangenen Jahren schon spitzfindigere und treffender aufgegriffene Dinge gehört. Zudem verzichtete man nach etlichen bunten Abenden auf so etwas wie einen Narrenspiegel in Moos. Erstmals wurde der Dorftratsch vom örtlichen Edekamarkt an einen anderen Ort verlegt. Die eher leichtgewichtigen Inhalte – was gar keinen zwingenden Mangel darstellen muss – der verschiedenen Nummern sind aber vielleicht auch nur den mangelnden Steilvorlagen aus der Verwaltung und Bürgerschaft geschuldet. Offenbar hat man sich hier weniger Blößen gegeben. Nicht einmal der eigene Bürgermeister fiel der närrischen Schelte zum Opfer.
Der guten Stimmung tat das freilich keinen Abbruch. Schließlich konnten die Rettiche wie immer bei der Ausstattung und dem souveränen Vortrag glänzen. Aufwändige Bühnenarbeiten, tolle Kulissen, eine Vielzahl an begabten Akteuren und eine gewohnt gute musikalische Begleitung durch die Deienmooser Gretle-Band machten den bunten Abend zu einer kurzweiligen Unterhaltung. Stellvertretend sei hier die Muppet-Show der Marktweiber genannt, die bereits vor einigen Jahren in ähnlicher Weise auf der Bühne standen. Wiederholungen dieser Art sind gern gesehen und können ohne weiteres die harte Narrenschelte ersetzen.
