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Moos Schrecklicher Bär war Teil eines Bogenschützenturniers

20.09.2012
Moos -  Pilzsucher hatten sich so über eine Bärenattrappe erschrocken, dass sie die Polizei riefen. Das unechte Tier war aber Teil eines Bogenschützenturniers. Der Verein hätte Meister Petz gerne wieder.

Polizist Christian Rölli zeigt keine Furcht: Er posiert auf dem Hof des Polizeireviers Radolfzell gerne mit dem unechten Grizzlybären des Schützenvereins Weiler, den die Polizei nach einem Anruf erschrockener Pilzsammler sichergestellt hat.  Bild: Arning

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Artgerecht wird er nicht gehalten, der arme Grizzlybär. Bei der Polizei in Radolfzell steht er in einer Ecke der Garage, zugeparkt von einem Dienstfahrzeug. Das stört das Tier wenig. Es ist ja auch nicht echt. Das haben Pilzsammler am Wochenende aber nicht erkannt: Sie riefen die Polizei, weil sie sich im Wald bei Weiler über den Bären, der an einem Baum festgebunden war, erschreckten (der SÜDKURIER berichtete online). Die Polizei hat das große Tier dann sichergestellt, damit niemand mehr erschrickt, erklärt Polizeisprecher Fritz Bezikofer auf Nachfrage. Was also zuerst wie das Werk eines Scherzbolds aussah, ist jetzt „zu einem echt blöden Fall geworden“, wie Bezikofer ehrlich bekennt.
 

Der Bär ist nämlich Eigentum des Schützenverein Weiler-Höri und war Teil eines 3D-Bogenturniers am Wochenende. „Das machen wir jedes Jahr, das ist ein ganz normaler Wettkampf mit etwa 180 Teilnehmern“, sagt Sportwart Jürgen Wiest gegenüber dem SÜDKURIER. Beim Einsammeln der Ziele am Sonntag sei der Bär dann verschwunden gewesen. Zur Erklärung: Statt auf Zielscheiben schießen die Bogenschützen bei einem 3D-Parcours auf nachgebildete Tiere – vom Auerhahn über das Erdmännchen bis zum Bären. Der Parcours ist beim Vereinsgelände in Weiler aufgebaut. Im Wald wurde über Warnschilder auf den Wettbewerb hingewiesen, so die Information von Jürgen Wiest. Im Vorfeld wurde auch in der „Höri-Woche“ informiert: „Falls Spaziergänger also kurz vor dem Turniertag einen Bären im Wald erblicken, können sie gerne ihre Augen trauen.

“ Der Verein bat außerdem darum, aus Sicherheitsgründen nicht von den vorgeschriebenen Wegen abzukommen. Das haben die Pilzsucher wohl getan, so zumindest die Information eines Mitarbeiters des Landratsamtes, wo der Fall gerade formell geprüft wird.

Der Parcours des Vereins sei genehmigt und mit den zuständigen Behörden von Forstamt bis Ordnungsamt abgestimmt, so der Informationsstand des Landratsamtes. Also rechtlich alles soweit in Ordnung auf dem 3D-Parcours. Der sogenannte Schießstättensachverständige wurde nun gebeten, sich bei der nächsten turnusmäßigen Prüfung im Oktober noch einmal im Wald umzusehen. Auch für die Zukunft soll an der Feinabstimmung gearbeitet werden, um die Sicherheit weiter zu gewährleisten, alle Beteiligten seien sehr bemüht.

Der Verein will den Bären nun natürlich zurück, die unechten Tiere, auf die im Wettkampf geschossen wird, sind teuer, erklärt Sportwart Jürgen Wiest. Er muss wegen dieser Geschichte immer noch schmunzeln. Und ist gleichzeitig froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Man muss aber kein Hellseher sein, um vorauszusagen, wann der grimmige Grizzly wieder für Gesprächsstoff sorgt: Vermutlich in der kommenden Fasnacht.

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