Artgerecht wird er nicht gehalten, der arme Grizzlybär. Bei der Polizei in Radolfzell steht er in einer Ecke der Garage, zugeparkt von einem Dienstfahrzeug. Das stört das Tier wenig. Es ist ja auch nicht echt. Das haben Pilzsammler am Wochenende aber nicht erkannt: Sie riefen die Polizei, weil sie sich im Wald bei Weiler über den Bären, der an einem Baum festgebunden war, erschreckten (der SÜDKURIER berichtete online). Die Polizei hat das große Tier dann sichergestellt, damit niemand mehr erschrickt, erklärt Polizeisprecher Fritz Bezikofer auf Nachfrage. Was also zuerst wie das Werk eines Scherzbolds aussah, ist jetzt „zu einem echt blöden Fall geworden“, wie Bezikofer ehrlich bekennt.
“ Der Verein bat außerdem darum, aus Sicherheitsgründen nicht von den vorgeschriebenen Wegen abzukommen. Das haben die Pilzsucher wohl getan, so zumindest die Information eines Mitarbeiters des Landratsamtes, wo der Fall gerade formell geprüft wird.
Der Parcours des Vereins sei genehmigt und mit den zuständigen Behörden von Forstamt bis Ordnungsamt abgestimmt, so der Informationsstand des Landratsamtes. Also rechtlich alles soweit in Ordnung auf dem 3D-Parcours. Der sogenannte Schießstättensachverständige wurde nun gebeten, sich bei der nächsten turnusmäßigen Prüfung im Oktober noch einmal im Wald umzusehen. Auch für die Zukunft soll an der Feinabstimmung gearbeitet werden, um die Sicherheit weiter zu gewährleisten, alle Beteiligten seien sehr bemüht.
Der Verein will den Bären nun natürlich zurück, die unechten Tiere, auf die im Wettkampf geschossen wird, sind teuer, erklärt Sportwart Jürgen Wiest. Er muss wegen dieser Geschichte immer noch schmunzeln. Und ist gleichzeitig froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Man muss aber kein Hellseher sein, um vorauszusagen, wann der grimmige Grizzly wieder für Gesprächsstoff sorgt: Vermutlich in der kommenden Fasnacht.
