Ausstellung im Bürgerhaus Moos erinnert an Höri-Maler Fritz Dumme. Dank an einen Künstler, der den Ort geprägt hat
– Von einer tiefen Liebe zur Heimat und zur Natur zeugt die Ausstellung im Bürgerhaus Moos zu Ehren des Höri-Malers Fritz Dummel, der in wenigen Tagen seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Die kleine Werkschau mit 48 Exponaten in Acryl – vorwiegend Landschaftsbilder der Höri und des Bodensees sowie Dorfansichten der vorderen Höri – ruft die Erinnerung wach an einen feinsinnigen, begabten Künstler und Handwerker, einen hartnäckigen Weltverbesserer, Kritiker und Idealist, der den Ort geprägt hat. „Ohne ihn wäre der Bankholzer Torkel nie das geworden, was er heute ist“, unterstrich Bürgermeister Peter Kessler bei der Eröffnung. Lange auch bevor andere den Umweltschutz thematisiert hätten, habe Fritz Dummel das Mühlbachtal in einen Naturpark verwandelt, erinnerte er.
Von 1955 bis 2006 lebte Dummel als freischaffender Maler im Mooser Ortteil Bankholzen. In einer Radolfzeller Malerwerkstatt, so berichtete Laudatorin Rose Marie Stuckert Schnorrenberg, hatte er eine solide Ausbildung erhalten. Im Krieg wurde er als Gefechtszeichner eingesetzt. Während der Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Riga lernte er Maler der Münchner Schule kennen, welche ihn in mit altmeisterlichen Techniken bekannt machten, wie dem Herstellen von Malfarben mit vorgefundenen Stoffen aus der Natur, aber auch Kenntnisse über die Restaurierung von Bildern und bemalten Schränken an ihn weitergaben.
Mit diesem Wissen und intensiver, selbständiger Weiterbildung in seinem Fach konnte Fritz Dummel ab 1955 mit kunsthandwerklicher Malerei, Fassadenmalerei, Bauernmalerei und Arbeiten als Restaurator für den Broterwerb sorgen. Beispielsweise bemalte er zusammen mit dem Maler Rudolf Stuckert Fensterläden in Steckborn. Viele andere Künstlerfreundschaften sind auf diesem Weg entstanden. Im Winter 1963 nahm er ein Studium an der Kunsthandwerkerschule in München in der Klasse für Portrait und Aktzeichnen auf. In dieser Zeit entstanden weitere Beziehungen zu Münchner Malergruppen, mit denen Fritz Dummel ab1976 gemeinsam ausstellte.
Immer, so die Laudatorin, sei Fritz Dummel bereit gewesen, Neues zu entdecken, auszuprobieren und sich mit den Ideen anderer Künstler auseinanderzusetzen. Doch er blieb sich immer treu und kam auf das zurück, was ihn interessierte: die Aussagen über seine nähere Heimat – seien es die Stillleben, die Bilder vom See, dem Hegau oder den Dörfern in dieser Landschaft. Seine warmen Bilder haben eine eigene unverwechselbare Handschrift. Mit sehr schnellem Pinselstrich malte er seine Umgebung und fing Stimmungen ein. Zu jeder Jahreszeit war er unterwegs, um das winterliche Seeufer, blühende Obstbäume bei Bankholzen, romantische Sonnenuntergänge und Winkel mit Pinsel und Farbe für die Nachwelt zu verewigen. Hinter manchem Strich oder Farbauftrag verbergen sich Welten, für die es sich lohnt als Betrachter in der Ausstellung auf Entdeckungsreise zu gehen.
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