13.11.2009  |  0 Kommentare

Kultur See Menschen auf der Wanderung

Kultur See - 

Felix Thürlemann mit dem Projekt-Band zu Kunst am Bau.  Bild: OH

Felix Thürlemann mit dem Projekt-Band zu Kunst am Bau.

Sie symbolisieren Menschen in Übergangssituationen: Die zwölf Figuren, die in das Fensterglas der neuen Y-Gebäude an der Universität gesandstrahlt wurden. Gemeinsam mit Studierenden der Universität entwickelte Heiner Blum, Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, Figuren, die in Fensterflächen der neuen Gebäude gesandstrahlt wurden. Sie stehen für unsichere Szenarien des Übergangs, zeigen Menschen auf der Wanderung zwischen verschiedenen Existenzen. Flüchtlinge, Kofferträger, Obdachlose oder Tramps: sie alle wurden unter dem Projekt-Titel „Transfer“ versammelt.

Neu daran ist, dass als Kunst am Bau keine „fertige Kunst“ ausgewählt und gefördert wurde. Heiner Blum hatte zu Beginn des Jahres die mit dem Neubau der Y-Gebäude verbundene Ausschreibung des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs des Landes Baden-Württemberg mit dem Konzept überzeugt, zusammen mit Studierenden arbeiten zu wollen. Und das Konstanzer Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ nahm dies zum Anlass, Heiner Blum an den Bodensee einzuladen.

Der Rektor der Universität, Ulrich Rüdiger, sprach anlässlich der offiziellen Übergabe von einem „doppelten Gewinn“, weil Studierende konkret Erfolge sammeln konnten, und weil der Kunstbestand an der Universität größer und reicher geworden sei. „Dass Studierende sich in einen solchen kreativen Prozess mit einbringen, ist nichts Selbstverständliches“, sagte der Rektor und betonte, dass neben der Wissenschaft auch die Kunst an der Universität eine bedeutende Rolle spiele.

Der Konstanzer Kunstwissenschaftler Felix Thürlemann, der auch in der Kunstkommission des Landes Baden-Württemberg vertreten ist, ging auf die Grundidee des Konzepts ein: Kunst habe einen direkten Bezug zu den Bewohnern der Gebäude herstellen sollen. Da im ersten Y-Gebäude Mitarbeiter des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ arbeiten, habe man sich mit deren Forschungsthemen auseinandergesetzt. Sven Sappelt, Mitarbeiter des Clusters, habe dann erfolgreich als „Mittler zwischen den Akteuren“ fungiert.

Im Seminar von Heiner Blum haben 30 Studierende im Sommersemester daran gearbeitet, was Transfer-Situationen für Menschen bedeuten. Auf diesem Weg sind nicht nur die Figuren für „Kunst am Bau“ entstanden, sondern parallel dazu auch ein Magazin-Band, in dem Aufsätze zum Thema zusammen mit umfangreichem Bildmaterial versammelt sind.

Schließlich erschienen die Transfer-Figuren noch als Künstler-Edition in limitierter Auflage. Zehn dieser Mappen bleiben vorerst im Hause: Heiner Blum überreichte sie Rektor Ulrich Rüdiger.

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