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Der Konstanzer Licht-, Video- und Installationskünstler Markus Brenner wird das Konstanzer Einkaufszentrum „Lago“ vom 5. bis 22. März zu einem Kunstwerk machen. Eine fünfteilige Installation taucht das Einkaufszentrum in ein ungewohntes Licht.

In den Fahrstuhl steigen, den Knopf drücken – und von Farbe überflutet werden: Das geht vom 5. März an im Konstanzer „Lago“. Für zweieinhalb Wochen macht der Konstanzer Künstler Markus Brenner das Einkaufszentrum „Lago“ zur Kunstmeile. Der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Licht-, Video- und Installationskünstler hat auf drei Etagen fast alle Werbung unsichtbar gemacht, durch 400 Quadratmeter Farbfolie, 270 Quadratmeter Stoff, Lichtpausen und leistungsfähige High-Tech-Strahler ersetzt. Das Ergebnis: ein großer Kunsterlebnisraum in ungewohntem Kontext, weit weg von Museumsschweigen und „Nicht-Berühren“-Schildern.

Fünf Installationen insgesamt gibt es: Einen Farb-Fahrstuhl, zwei Farbschleusen – eine limonengrün, eine rosa –, die man gleich am Eingang durchquert und die, im Rhythmus der Schiebetür, Tageslicht einlassen, aussperren. „Als würde man eine große Brille auf- und wieder absetzen“, sagt Brenner. In einer Blackbox – Arbeit Nummer drei – werden (teils schon bekannte) Videoarbeiten des Künstlers gezeigt. Und eine Farbinstallation findet, wer muss – rosa hier, hellblau da –, auf den „Lago“-Toiletten.

Einen Lichtschacht hat der Künstler völlig verkleidet, das ist die fünfte und größte Arbeit im „Lago“. Hier hat Brenner Stoff über drei Etagen gespannt, weißen Boden ausgelegt und so einen White Cube geschaffen: einen dieser weißen Kunsträume, die alles eliminieren, was stören könnte. Darüber ein Dach aus Farbfolienbahnen, durch die hindurch Filmscheinwerfer den Raum in Stimmungen tauchen; von Grau zu Dunkellila, zu Azurblau, zu Pink. „Alles ist wirklich“, sagt Markus Brenner dazu. „Die Wirklichkeit schließlich ist nur eine Frage der Brille, mit der wir sie betrachten.“ Die sei manchmal grau.

Judith Borowski

Die Einzelausstellung im „Lago“, Bodanstraße, ist bis zum 22. März täglich bis 24 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Am 5. März, 20 Uhr, wird die Schau in Anwesenheit des Künstlers eröffnet.

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