Die 34-jährige Susanne Folz aus Bamberg lebt seit 2002 am Bodensee und hat den Frankenstammtisch gegründet. Die Landschaftsarchitektin erzählt von den Treffen.
Die 34-jährige Susanne Folz aus Bamberg lebt seit 2002 am Bodensee und hat den Frankenstammtisch gegründet. Die Landschaftsarchitektin erzählt von den Treffen.
Frau Folz, wie kamen Sie auf die Idee, einen Frankenstammtisch zu gründen?
Ich hatte seit Jahren immer wieder zufällig Franken getroffen, die auch hier leben, das hört man halt. Irgendwann habe ich beschlossen, ein Exilfranken-Treffen zu organisieren. Im Fitnessstudio habe ich die erste Fränkin angesprochen. Wir haben zu fünft bei uns zu Hause Bratwurst gegessen. Inzwischen stehen 100 Leute auf meiner Liste. Ich habe wohl einen Frankenfühler (lacht).
Wer kann zu den Treffen kommen?
Das sind natürlich Franken, aber auch Franken im Geiste sind willkommen. Alle, die dort mal im Urlaub waren und das Essen lecker fanden zum Beispiel. Das soll kein spießiger Stammtisch sein. Wer mal nicht kommen will, kommt nicht. Manchmal sind auch Jugendliche dabei. Ich finde es schon erstaunlich, dass die das interessiert.
Wo kommt das fränkische Essen her?
Wir haben hier zwei fränkische Köche kennen gelernt, die uns mit Spezialitäten verwöhnen. Einmal wollten wir Karpfen essen. Den gibt's in Franken in allen Monaten mit einem R im Namen. Hier aber nicht. Also haben wir 20 Karpfen per Express aus Franken kommen lassen. Beim nächsten Treffen am 30. September gibt's fränkisches Krenfleisch mit Wirsing und Salzkartoffeln.
Wie reagieren Freunde auf das Frankentreffen?
Alle wissen davon und die lachen schon immer, wenn ich mal wieder irgendwo einen Exilfranken kennenlerne. Einmal wurde ich gefragt, ob wir uns absondern wollen. Das ist natürlich nicht der Fall. Wir leben alle sehr gerne hier. Aber irgendwie haben wir Franken halt ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Fragen: Kirsten Schlüter