Kreis Konstanz – Sie dürfen bei der Landtagswahl noch nicht mitbestimmen.
Dementsprechend haben Jugendliche in Baden-Württemberg keine Möglichkeit, die Entscheidung am 27. März zu beeinflussen. Damit sie mit ihren Wünschen und Ängsten trotzdem gehört werden, veranstaltet der Kreisjugendring Konstanz eine Zukunftskonferenz. Unter dem Motto „Bock auf Wahl?“ sollen dabei am Samstag, 19. März, junge Interessierte zwischen 14 und 27 Jahren im Bildungszentrum Singen gemeinsam herausfinden, was ihre Anliegen sind.
Diejenigen, die noch nicht mitwählen dürfen, sollen dabei ihre Wünsche äußern können. Die älteren Teilnehmer, die Ende März zur Wahl gehen, sollen sich selbst ein Bild von den verschiedenen Parteien und ihren Kandidaten machen können. „Wir brauchen eine Plattform, auf der Jugendliche mit ihren Anliegen gehört werden“, erklärt Frank Ortolf, Vorsitzender des Kreisjugendrings und Organisator der Konferenz. Deshalb lädt er zu dem Workshop nicht nur die Jugend ein, sondern auch die Politik. Andreas Hoffmann und Wolfgang Reuther von der CDU, Hans-Peter Storz von der SPD, Oliver Kuppel von der FDP, Udo Engelhardt und Siegfried Lehmann von den Grünen und Michael Krause und Bernhard Hanke von der Linken haben bereits zugesagt. Sie wollen den jungen Teilnehmern der Konferenz zuhören und ihre Anliegen gegebenenfalls mit in den Landtag nehmen. Ein externer Moderator wird bei dem Gespräch dafür sorgen, dass die Politiker das Forum nicht allein zur Präsentation ihrer Person und ihrer Politik missbrauchen. Ein Gespräch soll entstehen, kein Monolog. Damit die jungen Teilnehmer auf dieses Gespräch gut vorbereitet sind, erarbeiten sie sich vormittags in kleinen Gruppen Standpunkte zu verschiedenen Themen. Nachmittags stoßen dann die Politiker dazu, um sich mit dem Erarbeiteten auseinander zu setzen.
Die Veranstaltung in Singen ist nicht die einzige dieser Art. Insgesamt zwölf Zukunftskonferenzen finden in den kommenden Wochen in Baden-Württemberg statt, darunter auch in Ravensburg und Freiburg. Die Ergebnisse jeder Zusammenkunft werden gesammelt und den späteren Landtagsmitgliedern als Leitfaden an die Hand gegeben. Die Hoffnung der Veranstalter ist, dass die Gewählten so auch künftig die Belange der Jugendlichen nicht vergessen werden. „Der Kreisjugendring muss hier für die Jugendlichen Lobbyarbeit leisten“, erklärt Ortolf. Schließlich seien die jungen Menschen prozentual in der Minderheit und könnten politisch nur bei wenigen Gelegenheiten für sich selbst sprechen. „Außerdem wollen wir so gegen die Politikverdrossenheit vorgehen“, erklärt der Sozialpädagoge. In dem Modell, bei dem sich jeder einbringen kann, sieht er eine gelungene Methode.