Kreis Konstanz Von Biodiversität bis zur schwarzen Kunst
Norina Procopan, Leiterin des Hegau-Bodensee-Seminars, zeigt den aktuellen Jahresbericht. Bild: Bild: Schlüter
Kreis Konstanz – Das ist doch mal etwas anderes als der Schulalltag: Gymnasiasten können die Erde retten, ihre eigene Musik komponieren, viel über China lernen oder sich mit Schwarzer Kunst beschäftigen. Das Hegau-Bodensee-Seminar bietet allen interessierten Mittel- und Oberstufenschülern der allgemein bildenden Gymnasien im Landkreis Konstanz im kommenden Schuljahr 19 Seminare, zwei Universitätstage, eine Vortragsreihe und verschiedene Exkursionen an.
Das Hegau-Bodensee-Seminar wurde im Schuljahr 1999/2000 zur Förderung interessierter Schüler eingerichtet. Finanziell wird es vom Kultusministerium Baden-Württemberg und einer Stiftung unterstützt. Dass dabei Konstanzer Schüler für ihre Arbeitsgemeinschaften nach Stockach fahren und Radolfzeller Schüler nach Singen pendeln, ist gewollt. „Wir bringen Schüler mit denselben Interessen aus dem Landkreis zusammen“, sagt Norina Procopan, Leiterin des Hegau-Bodensee-Seminars und Lehrerin am Konstanzer Humboldt-Gymnasium. Dort finden einige Seminare sowie die Vortragsreihe mit Themen wie „Protein-Strukturaufklärung neuronaler Rezeptoren“, „Die Münchener Modeschule“ oder „Spieltheorien“ statt.
Wer Erden-Retter werden will, misst am Friedrich-Wöhler-Gymnasium den Energie- und Müllverbrauch der Schule, gestaltet den Schulhof mit und wird Experte für Umweltthemen. Am Radolfzeller Friedrich-Hecker-Gymnasium finden Kurse zur Körpersprache und zum Medium Film vom Anfang bis heute statt. Wer wissen möchte, ob Benzin durch Salatöl ersetzt werden könnte oder wie Süßstoffe aus dem Trinkwasser entfernt werden, kann sich beim Seminar „Technik – Natur – Umwelt“ am Stockacher Nellenburg-Gymnasium anmelden. Es geht aber auch um Kommunalpolitik (Ellenrieder-Gymnasium Konstanz), Kunst als Projekt (Geschwister-Scholl-Schule Konstanz) oder das Konstanzer Konzil (Suso-Gymnasium Konstanz).
Möglich wird das umfangreiche Programm durch Partner wie die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung sowie die Universität Konstanz mit Zukunftskolleg und Exzellenzcluster und die Kulturstiftung des Kantons Thurgau. Norina Procopan ist begeistert vom schulübergreifenden Lernen: „Die Schüler erweitern ihren Horizont, befassen sich mit spannenden Themen und können aus ihren erarbeiteten Ergebnissen sogar eine Präsentationsprüfung machen, die sie benoten lassen“, sagt sie. Außerdem erhalten die Teilnehmer am Ende eine Bescheinigung mit Auflistung aller besuchten Angebote. „Da die Universitäten heute sehr auf Zertifikate achten, ist das ein Vorteil bei der Bewerbung“, so Procopan.
Anmeldung: Bis Freitag, 10. Juni, beim Sekretariat der eigenen Schule oder per E-Mail an nprocop@yahoo.de
