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Kreis Konstanz Unesco zeichnet Naturschule Konstanz aus

Die Naturschule darf zwei Jahre lang mit dem Banner, dem Logo und dem Stempel der Weltdekade werben. Der Verein ist schwerpunktmäßig für einen Kurs über nachhaltiges Lernen ausgezeichnet worden.

„Wir sind nicht nur eine kleine Gruppe Verrückter, die vor sich hin bastelt“, sagt Elisabeth von Gleichenstein und Frouzan Nasab nickt zustimmend. Die beiden Frauen engagieren sich in der Naturschule Konstanz und setzen sich dort für gelebte Nachhaltigkeit ein. Die Unesco Deutschland hat die Naturschule nun ausgezeichnet.

Die Auszeichnung steht im Rahmen der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufen haben. Die Naturschule entsprach den Anforderungen der Unesco besonders mit dem Projekt „Best practice“ – Beispiele nachhaltiger Entwicklung und der daraus entstandenen Plattform für nachhaltiges Lernen.

Bei Best practice ging es darum zu zeigen, dass Nachhaltigkeit „keine Spinnerei von ein paar Idealisten ist“, sagt Sabine Schmidt-Halewicz. Sie hat das Projekt gemeinsam mit Frouzan Nasab ins Leben gerufen. Interessierte Lehrer, Erzieher und Gruppenleiter versuchten dabei, Nachhaltigkeit in ihre Arbeit einzubauen. Dabei stellten Exkursionen zu nachhaltigen Projekten in der Region einen zentralen Bestandteil des Kurses dar. Als Best practice zu Ende ging, wünschten sich die Beteiligten, die gemeinsame Arbeit fortzuführen. So entstand die Plattform für nachhaltiges Lernen. Die Arbeitsgruppe trifft sich einmal im Monat, um sich mit Nachhaltigkeit in den Bereichen Energie, Ernährung und Wirtschaft zu beschäftigen. Willkommen sind dabei nicht nur Erzieher und Lehrer, sondern alle, die sich für Nachhaltigkeit interessieren.

Die Naturschule besteht seit mittlerweile acht Jahren und zählt 25 Mitglieder. Das Spektrum reicht dabei von Erziehern über Biologen bis zu Landschaftsarchitekten. „Wir ziehen vor allem Leute an, die selbst etwas machen wollen“, sagt Schmidt-Halewicz und meint damit, dass es dem Verein an passiven Mitgliedern fehlt, die die Naturschule durch ihre Stimme und ihren Beitrag unterstützen. Dozenten gibt es indes zahlreich. Und so unterschiedlich wie deren beruflicher Hintergrund sind auch die Kurse, die die Naturschule anbietet. Sie zielen vor allem auf die Bereiche Erwachsenenbildung und Naturpädagogik für Kinder.

Die Auszeichnung der Unesco erlaubt dem Verein, zwei Jahre lang mit dem Banner, dem Logo und dem Stempel der Weltdekade zu werben. Dotiert ist sie allerdings nicht. Dabei bereitet das Geld gerade die größten Sorgen. „Von außen erhalten wir Anerkennung. Es wäre schön, wenn wir die auch in Konstanz bekommen würden“, wünscht sich Frouzan Nasab. Von Gleichenstein, Vorsitzende des Vereins, wird konkreter: „Die Stadt könnte uns mehr unterstützen. Oder auch die Stadtwerke.“ Nur noch bis Dezember dieses Jahres ist die Plattform für nachhaltiges Lernen finanziert.


Die Naturschule

Die Naturschule Konstanz e.V. ist ein Zusammenschluss von Narurpädagogen, Naturwissenschaftlern, Künstlern und anderen selbständig arbeitenden Fachpersonen, die sich zum Ziel gesetzt haben, sich für ein positives, nachhaltiges Verhältnis von lernendem Mensch und Natur einzusetzen. So lautet jedenfalls die Selbsterklärung auf der Internetseite des Vereins. Die Ziele sollen umgesetzt werden durch Vermittlung von Wissen, der Ermöglichung von Erfahrung und praktischer Arbeit. (sk)

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