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Singen Mensa: Was in Schulen auf den Teller kommt

13.01.2010
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Die gesunde Ernährung in der Schulmensa wird immer ein Zuschussgeschäft bleiben. Das war das Fazit einer Tagung von Schulträgern, Fördervereinen, Cateringunternehmern und Mensa-Pächtern gestern in der Singener Stadthalle.

Singen – Schulessen ist eine emotionale Sache: Das haben die Verhandlungen 2009 über die Neuverpachtung der Mensa in den Singener Berufschulen gezeigt. Die Einen (hier der Kreistag) verlangen gesunde Kost zum Niedrigpreis. Die Andern (in diesem Fall die Schüler) greifen zu Fastfood und Schnitzel mit Pommes. Beides muss in einer Schulmensa angeboten werden, wenn der Betreiber eine möglichst große Akzeptanz erzielen möchte. Da sind sich auch Singens Schulbürgermeister Bernd Häusler und der Pächter der Mensa im Singener Friedrich-Wöhler-Gymnasium, Edwin Braun, einig. Emotional wird auch an Konstanzer Schulen darüber diskutiert, dass das Schulessen nach einer europaweiten Ausschreibung aus Nordrhein-Westfalen an den Bodensee gefahren wird.

Gut und günstig sind nach Ansicht des Praxisbegleiters Mark Beck von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Baden-Württemberg Voraussetzung für eine hohe Akzeptanz. Beim Werkstattgespräch über die „Wirtschaftlichkeit von Schulmensen“ in Singen räumte er aber ein: „Selbst wenn eine Mensa richtig gut läuft, so wird man damit keine Gewinne erzielen können. Man kann höchstens die Zuschüsse verringern.“

Beispiel Singen: Rund 6000 Schüler besuchen die unterschiedlichen Singener Schulen. Die flächendeckende Essensausgabe ist im Ganztagsbetrieb erklärtes Ziel. „Wir wollen mindestens 50 Prozent unserer Schulkinder in der Mensa verköstigen“, erklärt Bernd Häusler. Deshalb hat die Stadt seit dem Jahr 2000 sechs Mensen für insgesamt 3,07 Millionen Euro gebaut und 9 Millionen Euro in den Ganztagsbetrieb gesteckt. Drei Mensen wurden zu 90 Prozent mit Bundesmitteln gefördert. In Singen ist man überzeugt, dass der Ganztagsbetrieb in einer Stadt mit einem hohen Migrantenanteil einen entscheidenden Beitrag zur Integration und Sprachförderung leisten kann.

Die Mensa als Kommunikationsraum: Dazu müssen Angebot und Atmosphäre stimmen. Damit der Preis stimmt (3 Euro an Gymnasien und 2,50 Euro an Grund- und Hauptschulen), zahlt die Stadt jährlich einen Essenszuschuss in Höhe von 50 000 Euro. Zwei Caterer beliefern die Grund- und Hauptschulen täglich mit 400 Essen. Im Friedrich-Wöhler-Gymnasium werden täglich zwischen 100 und 150 Menüs gekocht. Aber 600 Nutzer holen sich andere Speisen. Im Hegau-Gymnasium werden etwa 80 Menüs verzehrt. Ein Kunststück ist der Umgang mit den Ferien, Ausfallzeiten und den hohen Nachfrageschwankungen. Es hat sich gezeigt, dass Schüler, die früh an die Mensa gewöhnt werden, diese auch später weiter nutzen. Damit könne auch Einfluss auf ein gesünderes Ernährungsverhalten ausgeübt werden, ist Britta Selig von der Vernetzungsstelle überzeugt. Denn manche Eltern könnten das nicht vermitteln.

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