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Singen HBH-Zukunft bleibt weiterhin offen

Wie die Zukunft der Klinken im Landkreis Konstanz aussieht, bleibt weiterhin offen. Die HBH-Krankenhäuser wollen sich von ihren Reha-Bereichen trennen. Ob Konstanz neuer HBH-Partner wird, ist noch unsicher. Auch private Klinikpartner werden gesucht.

Glücklich sieht anders aus: Die maßgeblichen Männer in der Klinik-Krise im Hegau und am Bodensee: (von links) Radolfzells OB Jörg Schmidt, Landrat Frank Hämmerle und OB Oliver Ehret gestern Abend in Singen.
Glücklich sieht anders aus: Die maßgeblichen Männer in der Klinik-Krise im Hegau und am Bodensee: (von links) Radolfzells OB Jörg Schmidt, Landrat Frank Hämmerle und OB Oliver Ehret gestern Abend in Singen. | Bild: Tesche

Singen – Die gute Nachricht für alle Patienten: Es wird auch weiterhin eine medizinische Versorgung an den HBH-Standorten geben, ganz gleich, wer die Kliniken betreibt. Das machten gestern Abend die politisch Verantwortlichen bei einem Pressegespräch deutlich. Keiner brauche sich Sorgen zu machen, nicht behandelt zu werden. Und auch die Mitarbeiter des HBH-Verbundes hätten eine Zukunft. Sie würden weiterhin gebraucht.

Offen sind allerdings nahezu alle anderen Fragen. Die wichtigste: Kann der HBH-Verbund eine Zahlungsunfähigkeit noch abwenden? „Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, noch vor Weihnachten“, erklärte OB und Aufsichtsratsvorsitzender Oliver Ehret gestern Abend vor der Presse im Singener Rathaus. Noch sei unklar, ob die Maßgaben des Regierungspräsidiums für eine Umstrukturierung des Verbundes so großen Spielraum ließen, um eine Insolvenz abwenden zu können. Im Regierungspräsidium Freiburg hatte es für die HBH-Partner klare Worte gegeben. Es müssten neue Partner gefunden werden, um die Gesellschafterstruktur zu verändern, fordert Freiburg. Dies könnten andere kommunale Partner sein, wie etwa das Klinikum Konstanz, oder auch private Krankenhausbetreiber. Mit beiden genannten werde verhandelt, hieß es gestern. Um nötige zeitliche Spielräume zu schaffen, dürfen die Gesellschafter dem HBH-Klinikenverbund eine Finanzspritze für höchstens sechs Monate gewähren, sagt das Regierungspräsidium Freiburg. Diese Hilfe werde frühestens Ende März 2010 erforderlich, so dass dadurch der Verbund bis Oktober gesichert wäre.

Die Gesellschafter haben eine Reihe von Umstrukturierungen festgeschrieben. Diese seien „schmerzhaft, aber notwendig“, so OB Ehret. Veränderungen im Einzelnen:

Reha-Bereich: Die Bellinger Klinik Sankt Marien (Reha; 154 Betten, 80 Mitarbeiter) und die Hochrhein-Eggberg-Klinik (Fachzentrum für Gefäßerkrankungen, 190 Betten, 156 Mitarbeiter) sollen verkauft und letztere notfalls liquidiert werden.

Singen/Radolfzell: Im Hegau-Bodensee-Klinikum (HBK) soll der stationäre Bereich vorwiegend auf die Standorte Singen und Radolfzell konzentriert werden.

Engen: In Engen werden der geriatrische Schwerpunkt und die ambulante Medizin ausgebaut, auch das HBK Stühlingen soll sich in Richtung ambulantes Zentrum weiter entwickeln.

Bad Säckingen: Das Bad Säckinger Krankenhaus soll neben der Grund- und Regelversorgung einen angiologischen Schwerpunkt bekommen.

Hegau-Jugendwerk: Dieses neurologische Fachkrankenhaus und Rehabilitationsklinik für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, soll im Verbund bleiben und noch enger mit der Singener Kinderklinik verzahnt werden.

Die Altenheime: Die beiden Altenheime in Gailingen und Engen verbleiben ebenfalls im Verbund.

Die Verwaltung: Konzernweit werden Doppelstrukturen in der Verwaltung abgeschafft, sowohl das Controlling als auch der Einkauf werden optimiert. Parallel dazu werden an allen Standorten die Leistungen sowie die Personal- und Sachkosten überprüft. Von nicht rentablen Aufgaben wie zum Beispiel dem Geschäftsfeld BISA (Betriebliche Integration und soziale Arbeit), wird sich der Verbund zukünftig verabschieden müssen. HBH-Mitarbeiter sind geschockt
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