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Radolfzell

Die Rettung naht mit dem Hebegerät

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Hilfseinsatz nach einem schweren Unwetter, das Schlamm- und Gerölllawinen mit sich bringt: Bei der Großübung „Blauer Oktober“ demonstrierten die Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) aus Konstanz, Singen, Stockach und Radolfzell am Samstag ihr Können.

Mit einer Zahnstangenwinde mussten Betonteile angehoben werden, um die Verletzten zu bergen. Links schauen Fuß und Hosenbein einer Puppe heraus. Bilder: Jerger

Radolfzell – Angefangen beim Durchsuchen zerstörter Gebäude, der Rettung verunglückter Menschen bis hin zum Anheben schwerer Betonteile und dem Entfernen vom Gesteinsbrocken nach einer Schlamm- und Gerölllawine reichte dabei die Bandbreite der geforderten Hilfeleistungen. In der Führung und der Koordinierung der Einsatzkräfte unterstützt wurde die Übungsleitung von der Fachgruppe Führung und Kommunikation (FK) der THW-Geschäftsstelle Villingen-Schwenningen.

Für die rund 100 Helfer, die in ihren blauen Einsatzanzügen mit ihren Fahrzeugen und Spezialgerätschaften nach der zentralen Alarmierung bereitstanden, präsentierte sich der wunderschöne Herbsttag als hammerharte Herausforderung. Laut Übungsannahme hatte die Feuerwehr nach dem schweren Unwetter das THW angefordert. Vom für den Übungsablauf verantwortlichen Ortsverband Radolfzell und dessen Übungsleiter Stephan Hess waren dazu drei Übungsabschnitte vorbereitet, an denen die alarmierten Technischen Züge aus Konstanz, Singen und Stockach ihr Können unter den Augen unparteiischer Schiedsrichter beweisen mussten.

Und die einzelnen Übungsszenarien hatten es in sich. So die auf dem Areal des THW-Ortsverbands Radolfzell dargestellte Gasexplosion in einem Wohn- und Werkstattgebäude, in dem verschüttete Personen gesucht und gerettet werden mussten, dabei immer die Gefahr austretendem Gases vor Augen. Im alten Schießstand an der Straße nach Möggingen hatte ein Erdrutsch ein komplettes Haus zugeschüttet und teilweise zerstört, sodass eine Rettung der Bewohner nur durch ein schwer zugängliches Dachfenster möglich war. Hier war neben schwerem Gerät vor allem das Improvisationsvermögen der Helfer gefragt, da das Dach nur über eine angestellte Steckleiter zu erreichen war und trotzdem jedem Menge an schwerem Gerät gebraucht wurde. Eine Gerölllawine hatte im Kieswerk ein Fahrzeug verschüttet und beidseitig mit großen Gesteinsbrocken eingeklemmt, so lautete eine weitere Annahme.

Auch hier mussten die Gesteinsbrocken mit dem Greifzug entfernt werden, bevor die Fahrzeuginsassen aus dem Fahrzeugwrack befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden konnten. Daneben waren aber auch noch weitere Aufgaben zu bewältigen wie zum Beispiel die Beruhigung von Menschen, die unter Schock hysterisch reagierten.

Müde, aber zufriedene Gesichter nach einem anstrengenden Tag zeugten davon, dass die Helfer mit dem Ablauf der Übung zufrieden waren, und dies bestätigte ihnen auch Übungsleiter Stephan Hess in der Abschlussbesprechung. Als Übungsbeobachter zeigten sich auch Radolfzells Oberstadtbrandmeister Michael Schnaufer, DLRG-Chef Steffen Mengele und THW-Geschäftsführer Walter Ulrich beeindruckt.

Den Verletzten fertigmachen zum Transport: THW-Helfer in Aktion.
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THW-Großübung Blauer Oktober

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