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Kreis Konstanz Äpfel müssen knackig sein

27.09.2010


Apfelaktionstage auf der Insel Mainau zeigen die Sortenvielfalt.

Konstanz – Im Rahmen der Herbstausstellung im Palmenhaus der Insel Mainau finden vom 3. bis 9. Oktober die Geschmackstage statt. Höhepunkt ist dabei der Apfel-Aktionstag am 9. Oktober. Die Besucher können aus mehreren Dutzend Apfelsorten auswählen.

Die Zahl der Apfelsorten habe sich in den letzten 15 bis 20 Jahren drastisch geändert, berichtete Ulrich Mayr vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB). Die Ansprüche an die Qualität seien gestiegen, erklärte er. Kunden wollten knackige und saftige Äpfel, ergänzte er. Alte Sorten wie Cox Orange, Gloster und Boskop würden vom Markt verschwinden, da sie beispielsweise nicht wohnzimmertauglich seien – also ohne Qualitätsverluste in der Wohnung gelagert werden könnten – oder etwa anfällig für Kernhausschimmel seien. Die alten Sorten würden jedoch benötigt, um neue zu züchten und bewährte Eigenschaften zu erhalten.

Ulrich Mayr ist beim KOB in Bavendorf bei Ravensburg verantwortlich für die Sortenprüfung, den ökologischen Obstanbau und die Sortenerhaltung. Sein Wunsch ist es, dass Kinder schon früh lernen, den Wert eines Apfels zu schätzen. Schließlich sei er gesund, unproblematisch zu transportieren und zu essen. „Das EU-Schulfruchtprogramm ist besser als eine große Werbekampagne“, lobt der Agraringenieur das Projekt, das Kinder an gesunde Ernährung heranführt.

Mit einem Vorurteil räumt Mayr auf: „Pflanzenschutzmittel sind nicht verantwortlich für allergische Reaktionen.“ Besonders Birkenpollenallergiker litten unter Reaktionen auf einen Apfelgenuss. Die verantwortlichen Proteine von Birke und Apfel seien ähnlich, erklärte er den Zusammenhang.

Auf rund 7200 Hektar Fläche werden Äpfel auf der deutschen Bodensee-Seite angebaut, weiß Ulrich. Neben dem ökologischen Anbau (Anteil etwa acht bis zehn Prozent) wird nach wie vor die „Integrierte Produktion“ betrieben. Hier werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt. „Allerdings ist das mit dem Spritzen von vor 40 Jahren nicht zu vergleichen“, erklärt der Agraringenieur. Gespritzt wird zudem nützlingsschonend. Einzug gehalten haben auch biotechnische Verfahren: Zur Bekämpfung des Apfelwicklers werden Pheromone (Sexualduftstoffe) versprüht, sodass die männlichen Insekten irritiert werden und die Weibchen nicht finden können.

Im Internet: www.mainau.de

www.geschmackstage.de

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