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16.04.2012  |  von  |  0 Kommentare

Konstanz Meist kracht es innerorts

Konstanz -  Der dichter werdende Verkehr in Städten und Gemeinden schlägt sich in der Verkehrsbilanz der Polizei für 2011 nieder: die meisten Unfälle passieren in Ortschaften. Gegenüber dem Vorjahr sogar mit steigender Tendenz.



Das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, war im Jahr 2011 innerorts deutlich höher als außerorts. Dies ist eine Erkenntnis des Verkehrsberichts 2011 der Polizeidirektion Konstanz. Von den insgesamt 6042 (2010: 6055) registrierten Verkehrsunfällen im Landkreis (ohne Autobahn und die zweispurige B 33 neu) ereigneten sich 4756 (4638) innerorts. Das ist nicht nur ein Anteil von etwa 79 Prozent, vielmehr nahm die Anzahl der 2492 innerörtlichen Unfälle mit Personen- und erheblichem Sachschaden gegenüber 2010 auch um 2,3 Prozent zu. Außerorts ging die Zahl solcher Unfälle von 579 auf 553 (4,5 Prozent) zurück.

Andreas Tast von der Polizeidirektion Konstanz führt diese Entwicklung unter anderem auf den dichter werdenden Verkehr in vielen Orten zurück, der zunehmende Ansprüche an die Konzentration stelle. Zudem müssen innerorts viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer miteinander zurechtkommen. Diese Problematik zeigt sich auch in der Zahl der Verkehrstoten: Von den 16 Toten auf allen Straßen im Landkreis (2010: 11) waren allein 6 Fußgänger, 3 von ihnen kamen bei Parkrangierfahrten ums Leben. Außerdem starben 3 (2010: 1) Radfahrer im Straßenverkehr. Bei Radfahrern stellt die Polizei laut Andreas Tast ein klassisches Fehlverhalten fest: das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Speziell an Einmündungen komme es deshalb zu Zusammenstößen mit Kraftfahrzeugen, weil deren Fahrer beim Einbiegen stärker auf den Verkehr von links achten. Dennoch treffe den in falscher Richtung fahrenden Radler bei einem Unfall höchstenfalls eine Teilschuld.

Bei außerörtlichen Unfällen spielt nach Erkenntnissen der Polizei überhöhte Geschwindigkeit auch dank koordinierter Kontrollen eine untergeordnete Rolle. Sorgen bereiten den Beamten eher die Trunkenheitsfahrten. Bei den 146 (141) Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel war, gab es 1 Toten (0) und 79 (66) Verletzte. Auch wenn die Zahlen von 2011 im Zehnjahresvergleich den zweitniedrigsten Wert ergeben, sieht Uli Schwarz, Leiter der Polizeidirektion, darin keine Trendwende. Deshalb werde die Strategie flächendeckender Alkohol- und Fahrradkontrollen auch 2012 weiter verfolgt.

Den starken Anstieg von 620 (520) ertappten Alkoholsündern führt Andreas Tast vor allem darauf zurück, dass 2011 ein Schwerpunkt auf Kontrollen gelegt worden sei. Wenn stärker kontrolliert werde, erwische man auch mehr alkoholisierte Fahrer. Allerdings sei das eine Fleißarbeit, für die man erstmal die Kapazitäten haben müsse. Einen dramatischen Anstieg tatsächlicher Alkoholfahrten hält er deshalb für unwahrscheinlich. Bei den Kontrollen wurde dagegen mit 126 (178) Fällen von Drogen- und Medikamenteneinwirkung ein Rückgang um 30 Prozent verzeichnet.

Trotz tausender Unfälle sieht Uli Schwarz eine positive Entwicklung: In den vergangenen beiden Jahren habe die Zahl der Unfälle mit Personenschaden mit 963 (2010: 996) Tiefststände erreicht. Und dies angesichts steigender Bevölkerungs- und Fahrzeugzahlen.

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