Konstanz Das Ringen um studentischen Wohnraum am Beispiel Chérisy
10.02.2012
Der Bau ist im Quartier umstritten.
Die Ausgangslage: Die Lage auf dem Konstanzer Wohnungsmarkt ist seit Jahren angespannt. Das liegt auch daran, dass die Studierendenzahlen stetig steigen, die Zahl der Wohnheimplätze zuletzt aber eher stagnierte. Zum Wintersemester 2012/2013 kommt der baden-württembergische Doppel-Abijahrgang an die Hochschulen. Das wird den Druck auf den Wohnungsmarkt verschärfen.
Das konkrete Projekt: Im Stadtteil Fürstenberg, im Quartier Chérisy, wollen zwei verschiedene Privatinvestoren zwei neue Studentenwohnheime errichten. In den achtgeschossigen Gebäuden sollen bis zu 250 neue Wohnheimplätze entstehen. Im Erdgeschoss sind zudem jeweils Gewerbeflächen geplant.
Das sagen die Gegner des Projekts: Einige Anwohner haben sich in der Initiative „Schöne Chérisy“ zusammen geschlossen. Sie fürchten um die Lebensqualität in ihrem Viertel. Zusätzliche Bewohner brächten noch mehr Verkehr. Diese Einstellung brachte den Anwohnern von der SPD-Stadträtin Brigitte Leipold den Vorwurf ein, sie handelten „egoistisch“. Die Bürgerinitiative fordert weiterhin ein Gesamtverkehrsgutachten für das Areal, um die Verträglichkeit der Neubauten einschätzen zu können. Zudem wird befürchtet, dass die Investoren die Studentenbuden nur kurzfristig anbietet, um sie später umzunutzen und Geld mit dem Verkauf von Eigentumswohungen zu verdienen.
Das sagt die Kommunalpolitik: Die Stadtverwaltung und weite Teile des Gemeinderats begrüßen die Initiative der Privatinvestoren. Es sei der einzige Weg, die angespannte Wohnlage wenigstens etwas zu beruhigen.
So könnte es weitergehen: Es soll weitere Gespräche geben zwischen Bewohnern, Investoren und Bauverwaltung. Die Nutzung „studentisches Wohnen“ soll im Baulastenverzeichnis eingetragen werden. Eine spätere Umnutzung wäre dann nur bei Zustimmung des Gemeinderats möglich. Zudem wurde die Verwaltung damit beauftragt Vorschläge zur Qualitätssicherung in Sachen Stellplätze, Grünflächen und Wegebeleuchtung für das Quartier zu erarbeiten. (lün)
