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23.04.2012  |  von  |  0 Kommentare

Konstanz Für eine lebenswerte Welt

Konstanz -  Auf Initiative von Studierenden hat die Uni jetzt eine Referentin für nachhaltige Entwicklung

Petra Schoele ist Referentin für nachhaltige Entwicklung an der Universität Konstanz.  Bild: Uni

Die Mitglieder des studentischen Nachhaltigkeitsrats (von links) Josephine Tröger, Stephan Kühnle und Lea Stuff haben ein Teilziel errreicht: An der Uni gibt es jetzt eine Nachhaltigkeits-Referentin.



Das Prinzip Nachhaltigkeit kann nur funktionieren, wenn es so viele Menschen wie möglich auf ihre Fahne schreiben. Deshalb hat Petra Schoele unter ihren vielen Aufgaben eine ganz besonders wichtige: das Thema als solches unter die Leute zu bringen. Sie ist seit Januar dieses Jahres Referentin für nachhaltige Entwicklung an der Universität Konstanz. Die neu geschaffene Stelle ist Studierenden zu verdanken. Der Studentische Nachhaltigkeitsrat des U-AStA hat beim Ausschuss für Lehre und Weiterbildung (ALW) Mittel beantragt und erhalten, mit denen zunächst für ein Jahr eine halbe Stelle finanziert wird: die Stelle von Petra Schoele.

Das Geld stammt aus dem ALW-Fonds für innovative Maßnahmen, in den bislang Studiengebühren eingeflossen sind. Das bringt die Konsequenz mit sich, dass insbesondere die Studierenden davon profitieren sollen. Dies ist wiederum in doppeltem Sinn interessant: Zum einen wird dadurch das Lehrangebot um ein spannendes aktuelles Thema erweitert, zum anderen stellen Studierende wohl die effektivste Multiplikatorengruppe an einer Hochschule dar. Insbesondere im Bereich der Schlüsselqualifikationen werden hier schon interessante Angebote gemacht. Diese werden im Sommersemester durch eine Veranstaltung zum Nachhaltigkeitsmarketing und Angebote im Projektmanagement erweitert. Im Wintersemester folgt eine Lehrveranstaltung zu nachhaltigen Unternehmensleitungen. „Wir wollen den Geist der Nachhaltigkeit an der Universität Konstanz entfachen“, sagt Stephan Kühnle vom studentischen Nachhaltigkeitsrat.

Mit „so viele Akteure wie möglich einzubeziehen“, umschreibt Petra Schoele, die promovierte Diplomingenieurin für Landeskultur und Umweltschutz, ihr Vorgehen. Das betrifft insbesondere diejenigen Akteure, die an den zentralen Stellen in der Universitätsverwaltung sitzen. Das Facility Management etwa, in dem Energiefragen, bauliche Maßnahmen oder einfach nur die Entscheidung, ob eine Wiese gemäht wird, angesiedelt sind, gehört zu diesen Schaltstellen. Ebenso die Beschaffung, wo über den Materialeinsatz entschieden wird, über Lieferanten und ihre Produkte.

Dass sie an der Universität Konstanz in Sachen Nachhaltigkeit nicht bei Null anfangen muss, hat die neue Referentin schnell bemerkt. Nicht nur bei Sanierungsarbeiten an Gebäuden werden bereits seit einigen Jahren Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, sondern auch im sozialen Bereich. Gesunde Uni, Familie und Beruf, Angebote für Behinderte – es hat sich einiges getan in den vergangenen Jahren. „Die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem“ steht für sie und die Studierenden hinter Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit bedeutet, dass es gerecht zugeht und dass die Welt lebenswert ist und bleibt, heute und in Zukunft“, sagt Petra Schoele.

Auch in der Lehre wird bereits einiges angeboten. In den Fachbereichen Politik- und Verwaltungswissenschaft und Rechtswissenschaft existieren entsprechende Lehrveranstaltungen. Die Studierenden vom Nachhaltigkeitsrat wollen mehr: fach- und sektionsübergreifende interdisziplinäre Veranstaltungen, Lehrtandems zum Beispiel aus Politik und Biologie. Für die Zukunft wünschen sie sich einen „großen Nachhaltigkeitsrat“ wie den Gleichstellungsrat, in den verschiedene Bereiche der Universität eingebunden sind.

Die Vernetzung soll auch unter den Hochschulen engmaschiger werden. Mit der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) steht Petra Schoele bereits im Erfahrungsaustausch, sie selbst wurde an der Universität St. Gallen promoviert und hat dort gearbeitet und von daher langjährige Kontakte auch in der Schweizer Hochschulszene. Bei den Baden-Württemberg weiten Nachhaltigkeitstagen machte die Uni mit. „Wir versuchen, Denkanstöße zu geben“, sagt Schoele.

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