Auf einen (nicht vorhandenen) Kaffee mit drei Sternsingern. Sie erklären, warum sie als Heilige Drei Könige unterwegs sind.
Bela, Anina und Emese, warum macht ihr bei den Sternsingern mit?
Bela: Ich finde es gut, dass die Spenden in Länder gehen, in denen die Leute arm sind.
Anina: Mir macht es auch Spaß, dass man anderen Ländern helfen kann.
Emese: Meine Mutter hat gesagt, dass ich mitmachen könnte. Ich finde es auch gut, dass wir Geld für die armen Kinder sammeln.
Wohin geht das Geld in diesem Jahr?
Bela: Nach Nigeria. Ne, nach Nicaragua.
Wisst ihr, wo das ist?
Bela: Ich glaube, irgendwo in Afrika.
Anina: Asien?
Nicaragua liegt in Zentralamerika, aber das ist ja auch weit weg. Bela und Anina, ihr seid schon als Caspar angemalt. Wie habt ihr entschieden, wer von euch welcher König sein soll?
Anina: Die von der KJG (Katholische Junge Gemeinde) haben einfach gesagt, dass ich Caspar werden soll, weil die mich am besten gekannt haben.
Was habt ihr zu tun, wenn es losgeht mit dem Sternsingen?
Bela: Wir gehen von Haus zu Haus, singen erstmal und sagen unsere Sprüchlein auf, dann segnen wir das Haus und bitten um eine Spende.
Wie gehen eure Sprüche?
Bela: Mein Spruch ist: ‚Ein Kind geboren in dunkler Nacht hat uns Menschen Licht gebracht. Und die in diesem Lichte stehen, können Gottes Wege sehen.’
Anina: ‚Er kommt nicht mit Gewalt und Macht, auf Liebe ist er nur bedacht, er macht sich niedrig für die Kleinen, er tröstet die aus Kummer weinen.’
Emese: Ich kann meinen Spruch noch nicht ganz.
Ihr habt gesagt, dass ihr den Armen helfen wollt. Was ist für euch selbst im Leben wichtig?
Bela: Dass es allen gleich gut geht und nicht, dass die einen superreich sind und die anderen gar nichts haben. Das fände ich gut.
Hast du da eine Idee, was man da machen kann?
Bela: Teilen. In der Vesperpause in der Schule teilen wir auch oft.
Was ist das für ein Gefühl für dich, wenn du jemandem etwas gegeben hast?
Bela: Ich finde, das ist ein gutes Gefühl.
Anina: Ich habe auch schon ein paar Leuten in der Schule Essen geschenkt.
Was war für euch an Weihnachten das Schönste?
Bela: Dass meine Familie und Cousinen da waren. Ich mag es nicht, allein zu sein. Wir sehen die Cousinen nicht so oft, die wohnen in Burgund und kommen halt nur manchmal.
Warum geht ihr in die KJG und in die Kirche?
Anina: Weil wir da Spiele spielen, zum Beispiel Verstecken.
Bela: Ich war halt gespannt. Meine Freunde haben mitgemacht und haben mir dann nichts erzählt, deshalb wollte ich selber probieren, wie das ist. Jetzt finde ich es gut, weil da auch Jungs sind, die ich sonst in der Kirche sehe, vor allem aus meiner Erstkommunionsgruppe.
Freut ihr euch jetzt auf das Sternsingen?
Bela: Ja, das wird gut, aber auch anstrengend mit den vielen Treppen. Hoffentlich machen uns viele Leute die Tür auf. Wir haben auch einen Sack dabei, damit wir für uns Süßigkeiten einsammeln können.
Welches Lied singt ihr dann?
Die Kinder singen das Lied von Caspar, Melchior und Balthasar. Es endet mit dem Hinweis auf Weihrauch, Myrrhe und Gold.
Wisst ihr, was das alles ist?
Bela: Ja, also Weihrauch ist das, was in der Kirche geschwenkt wird. Myrrhe ist glaube ich ein Heilmittel. Und Gold kennt ja sowieso jeder!
Fragen: Kirsten Schlüter
Zu den Personen
Bela Driller, neun Jahre, seine Schwester Emese Driller, sechs Jahre, und die neunjährige Anina Späth ziehen mit vielen weiteren Kindern der KJG Altstadt noch bis Donnerstag, 5. Januar, als Sternsinger durch die Straßen in der Altstadt und im Paradies. Begleitet werden die Gruppen jeweils von einem Betreuer. Die Kinder hoffen, dass viele Konstanzer ihre Türen öffnen, die Sternsinger hineinbitten und Geld geben. (kis)