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Konstanz Zwischen Kongress und Event

05.10.2007
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Konstanz - Konzil-Oper, Papstbesuch, europäisches Gipfeltreffen: Konstanz möchte von 2014 bis 2018 mit einer Serie international bedeutsamer Veranstaltungen im Blickpunkt der europäischen Öffentlichkeit stehen. Sie sollen an das Konzil vor 600 Jahren erinnern.

Fünf Jahre lang dauerte das Konstanzer Konzil (1414 bis 1418), fünf Jahre lang will die Stadt aus verschiedenen Perspektiven die Ereignisse vor 600 Jahren beleuchten und wie im Mittelalter wieder im Blickpunkt von Europas Öffentlichkeit stehen. Die Jahre 2014 bis 2018 stellt Konstanz unter das Motto "Europa zu Gast in Konstanz". Für jedes Festjahr wurden eine Leitfigur aus der Konzilzeit und ein Schwerpunktthema ausgewählt. Es sind König Sigismund (Jahr der europäischen Begegnung), Kirchenreformer Jan Hus (Jahr der Gerechtigkeit), Kurtisane Imperia (lebendiges Mittelalter), Papst Martin V. (Jahr der Religionen) und Dichter Oswald von Wolkenstein (Jahr der Kultur). Unter anderem möchte Konstanz in den Festjahren Schauplatz sein für religiöse Gipfeltreffen (Papstbesuch, ökumenisches Bischofstreffen, kleiner Kirchentag), Mittelalter-Erlebnistage, dokumentarische Fernsehseifenopern, Literaturtage, überregional bedeutsame Ausstellungen und wissenschaftliche Kongresse. Um die ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen, laufen aktuell Vorgespräche mit deutsch-tschechischen Organisationen, der Europäischen Union, der Bundesregierung, Landeseinrichtungen, dem Erzbistum Freiburg, Universitäten sowie Hussitenverbänden. Außerdem ist eine Generalsanierung des Konzilgebäudes zum zentralen Ausstellungsraum geplant. Die geschätzten Kosten liegen bei fünf Millionen Euro. Der Kultur- und Finanzausschuss stimmte im Grundsatz für das Konzept. Mehrere Redner übten allerdings Kritik an der Auswahl der literarischen Kunstfigur Imperia zum Kopf des Jahres 2016.

"Die Funktionalisierung der Geschichte sollte man kritisch überdenken", mahnte Jürgen Leipold (SPD) zu den Erwartungen, mit den Veranstaltungen zum Konzilgedenken Handel und Tourismus beleben zu können. Der Historiker sprach sich dafür aus, die politische Bedeutung des Konzils zu würdigen. "Da ist kein Platz für Folklore." Er schlug vor, das Programm zu straffen. Auch Peter Müller-Neff (Grüne) warnte davor, zu viel anzubieten. Heribert Baumann (CDU) lobte das vorgelegte Konzept. Es trage das Konzilthema in die Öffentlichkeit, ohne populistisch zu sein. Die Hübschlerin Imperia lehnte er allerdings als Jahresfigur ab. Walter Pilz (Freie Wähler) begrüßte die Konzeption als geeignet für ein "würdiges Gedenken". Andreas Ellegast (CDU) warnte, die Stadt dürfe sich nicht finanziell übernehmen. Sie solle sich von "Traumtänzereien" verabschieden, meinte er mit Blick auf die Internationale Gartenausstellung 2017.

Die Koordination der Konzil-Gedenkjahre soll bis Ende Januar 2008 in den Händen des Stadtmarketings liegen, dafür sprachen sich beide Ausschüsse aus. Sie stimmten außerdem dafür, 85000 Euro als erste Planungsgelder in den Haushalt einzustellen. Aktuell müssten schon Förderanträge auf den Weg gebracht werden, außerdem benötige Konstanz eine Imagebroschüre, um Unterstützer für das Großereignis gewinnen zu können, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung. Im Frühjahr soll dann über die künftige Organisationsform des Managements entschieden werden.

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