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Konstanz

Zwischen Eheglück und Überlebenskampf

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Uni-Professoren sprechen an ungewöhnlichen Orten in der Konstanzer Altstadt: Das Wissenschaftsereignis Uni Downtown hat sich erneut als großer Erfolg erweisen. Unter anderem konnte man lernen, ob Heiraten glücklich macht und wie das nun genau ist mit der Evolution.

Im Naturmuseum: Axel Meyer erklärt die Evolution. Bilder: rau
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Nein, sagt die junge Frau, verheiratet sei sie noch nicht. Aber Argumente, mit denen sie sie ihren Freund überzeugen könnte, interessieren sie schon. Als sie an diesem Abend durch den Innenhof des Rathauses geht, hat sie zumindest eines gelernt: Heiraten macht glücklich. Jedenfalls für die ersten zwei Jahre. Mit diesem Fazit hatte Professorin Lisa Bruttel ihre faszinierten Zuhörer entlassen – nicht wie sonst aus dem Hörsaal, sondern sinnigerweise aus dem Trauzimmer des Rathauses. Denn an diesem passenden Ort hatte sie ihren Teil zu „Uni Downtown“ geleistet, dem großen Wissenschafts-Ereignis an unkonventionellen Orten.

Auch Axel Meyer hat den Hörsaal gegen ein ungewohntes Ambiente ausgetauscht: Er räumt im Bodensee-Naturmuseum mit populären Irrtümern über die Evolution auf. Zum Beispiel dem von der Selbstlosigkeit. „Artgenossen“, erklärt er seinen staunenden Zuhörern, „sind eben keine Genossen, sondern die größten Konkurrenten.“ Und bis hin zum Schenkverhalten unter Menschen könne man sehen, wie mächtig genetisch geknüpfte Bande sind: Je näher die Verwandtschaft, desto üppiger die Gabe.

 

Auch Silvia Mergenthal hat sich ein spannendes Umfeld ausgesucht: Inmitten von Sportartikeln spricht sie über die Faszination Fußball und darüber, wie diese Sportart nationale Identität prägen kann. Es geht um das Wunder von Bern und die militärisch angehauchte Sprache dieser Sportart, die Gäste im Sporthaus Gruner hören aufmerksam zu, obwohl sie sich im abendlichen Einkaufstrubel gut konzentrieren müssen. Das mit „Wir und die anderen“ scheinen viele von ihnen zu kennen: Auch an dieser Station ist das Konzept des Abends aufgegangen – die Zuhörer werden in ihrem Alltag und mit ihren Interessen abgeholt.

Dass das Handy von Apple ganz und gar faszinierend ist, muss Thomas Reiterer seinen Zuhörern in einem auf Apple-Produkte spezialisierten Geschäft im Lago wohl nicht mehr erläutern. Doch als er vom Museumsbesuch der Zukunft erzählt, staunen selbst die Technikfans. Den Rundgang zu Hause am Computer vorbereiten und sich von einem elektronischen Zauberwürfel durch die Ausstellung leiten lassen? Spannend, was man sich am Gießberg so ausdenkt.

Die Uni in die Stadt zu holen, das sei vor zwei Jahren die Idee gewesen, sagen zum gemeinsamen Abschluss IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx und Uni-Rektor Ulrich Rüdiger. Viele die Gäste sagen dankbar: Das könnte ruhig öfters stattfinden. (rau)

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