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Konstanz Zwei Gemeinden sollen eine werden

22.10.2010
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Nach dem Durchbruch bei der Synagoge sollen die beiden jüdischen Gemeinden der Stat in einer einzigen neuen aufgehen.

Konstanz – Mit dem Durchbruch beim Thema Synagogenbau soll auch das Nebeneinander der beiden jüdischen Gemeinden in der Stadt bald Vergangenheit sein. Wolfgang Fuhl, Vorsitzender des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG), kündigte gegenüber dem SÜDKURIER erstmals einen konkreten Zeitplan an. Größere Differenzen erwartet er nicht, obwohl es in der Vergangenheit durchaus zu Spannungen gekommen war – so etwa durch den Übertritt der bekannten Gesangspädagogin Ruth Frenk von der älteren und größeren Israelitischen Kultusgemeinde IKG zur jüngeren und kleineren jüdischen Gemeinde (JG). Die gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen des Konstanzer Judentums.

Der erste Schritt des Zusammenwachsens soll ein gemeinsamer Bauausschuss sein, der sich vor Ort um das 1,8-Millionen-Euro-Projekt kümmert. In ihm sollen Vertreter aus beiden Gemeinden mitwirken. Spätestens zur Eröffnung der neuen Synagoge sollen dann die beiden bestehenden Gemeinden aufgelöst werden. In der Folge plant der Oberrat, eine neue Konstanzer Synagogengemeinde zu gründen. In ihr sollen alle Menschen jüdischen Glaubens verfasst sein und einen Vorsitzenden wählen. Wer auch immer demokratisch bestimmt werde, werde von der IRG anerkannt, sagte Fuhl dazu, man sei sehr zuversichtlich.

Auch das zeitweise angespannte Klima zwischen der Kultusgemeinde und der IRG scheint weitgehend normalisiert zu sein. Der Auftritt von Peter Stiefel, der von der IRG eigentlich entmachtet worden war, beim Gurs-Gedenken wurde klaglos hingenommen. Der Gesprächsfaden zwischen dem zweiten Vorsitzenden Gabriel Albila zur IRG sei gut, hört man aus den beiden Gemeinden. Die IRG werde für ihre religiösen Aufgaben selbstverständlich unterstützt, heißt es aus Karlsruhe im Gegenzug. Zeitweise waren die Konten gesperrt und ein Verwalter eingesetzt.

Für das politische Konstanz erübrigt sich mit der Einigung in Sachen Synagoge auch die Beantwortung der Frage, welche der beiden Gemeinden es für legitim hält. In den vergangenen Jahren hatten Ereignisse wie der Tag der jüdischen Kultur stets eine ausgeklügelte und aufwendige Pendeldiplomatie erfordert. Projektpartner beim Thema Synagoge ist jetzt die Religionsgemeinschaft. Darauf hatten viele Kommunalpolitiker lange gehofft. Zwischenzeitlich hatte es schon so ausgesehen, als sei der Bau in der Sigismundstraße gar nicht mehr möglich und das Grundstück würde an einen Investor gehen.

Die Öffentlichkeit soll in den Synagogenbau und später auch –betrieb unter anderem mit einem Förderverein einbezogen werden. Erste Gespräche, welche Persönlichkeiten sich dort engagieren könnten, laufen bereits.

Baden-Württemberg, Seite 10

Kommentar, Seite 18

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