Das hat es in Deutschland bislang nicht gegeben: Die Deutsche Bahn AG (DB) und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sind gemeinsam in einer Mobilitätszentrale vertreten. Sie wurde am Freitag im Konstanzer Bahnhof eröffnet.
Konstanz – Wie sehr die Mobilitätszentrale gebraucht wird, erlebten die Festgäste bei der Eröffnung im Bahnhof: Der Lärmpegel war angesichts der vielen Kunden an den Schaltern enorm. Die Deutsche Bahn AG (DB), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die SBB GmbH (Seehas) und die Tourist Information (TIK) haben die neuen Räume gemeinsam bezogen. Bürgermeister Kurt Werner freute sich im Gespräch mit dem SÜDKURIER über diese ungewöhnliche Zusammenarbeit: „Es haben alle an einem Strang gezogen.“ Die durchaus vorhandenen Probleme seien in der Arbeitsgruppe aus dem Weg geräumt worden. Jürgen Ruff, Vorsitzender des Fördervereins, erinnerte daran, wie schwierig es war, alle an einen Tisch zu bekommen: „Ich war am Ende dann doch überrascht, wie schnell es ging.“
Die SBB sind mit ihrem Schalter aus dem Schweizer Bahnhof in die Mobilitätszentrale umgezogen. Felix Gemperle, Leiter Region Säntis-Bodensee bei den SBB, sieht die Mobilitätszentrale als großen Vorteil für die Kunden. Einen gemeinsamen Schalterraum habe man bislang nur in Schaffhausen, sagte er zum SÜDKURIER. In Deutschland gebe es zwar Partner, aber nirgends diese Konstellation wie im Konstanzer Bahnhof. „Wir arbeiten gut zusammen, die Teams verstehen sich bestens“, berichtete er nach den ersten Erfahrungen. Konstanz ist mit stündlichen Verbindungen an das Schweizer Fernverkehrsnetz angeschlossen. Am Schalter gibt es alle üblichen SBB-Angebote und zudem speziell für deutsche Kunden das Angebot „Schweizer Alpenzüge“. Die Nachbarn hatten zur Eröffnung auch die Musik gebracht: Eine Ländler-Kapelle spielte schwungvoll auf.
Sven Hantel von DB Station und Service sprach von der ersten internationalen Mobilitätszentrale in einem deutschen Bahnhof. Es sei klares Ziel, den Konstanzer Bahnhof bis 2013 barrierefrei umzubauen. „Dann wird er so sein, wie es sich die Bürger wünschen.“ Mit der energetischen Sanierung spare man zudem 28 Prozent Energie ein. Als Zeichen für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt wertete Oberbürgermeister Horst Frank die Aufwertung des Bahnhofs. „Er wird immer mehr zum Schmuckstück.“ Der finanzielle Anteil der Stadt an der Mobilitätszentrale beträgt 200 000 Euro.
Jürgen Ruff erinnerte an die lange Vorgeschichte. Der Förderverein war vor 15 Jahren aus einem SPD-Arbeitskreis hervorgegangen. Nach langem hin und her und manchem Rückschlag, setzte sich die Idee durch. Dennoch war die Mobilitätszentrale vor zwei Jahren noch einmal gefährdet, als die TIK andere Räume an der Marktstätte als Alternative prüfte. Jürgen Ruff sprach vom Ziel, irgendwann einen Komplett-Service an jedem Schalter anzubieten. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Eröffnung kein Endpunkt ist.“
Kommentar: Gemeinsam starkMobilitätszentrale im Konstanzer Bahnhof mit Lenk-Papst
Es sei klares Ziel, den Konstanzer Bahnhof bis 2013 barrierefrei umzubauen...