Konstanz Zum Lobpreis Gottes
Weihbischof Rainer Klug zeichnete den Gebhards-Chor zu dessen 100-jährigen Bestehen mit der Palestrina-Medaille des Cäcilienverbandes katholischer Kirchenchöre aus. Bild: Bild: Scherrer
Weihbischof Rainer Klug aus Freiburg zelebrierte das Pontifikalamt und verlieh dem Chor mit seinem musikalischen Leiter Reinhard Müller die Palestrina-Medaille des Cäcilienverbandes katholischer Kirchenchöre.
Das Pontifikalamt war besonders feierlich, denn der jubilierende Kirchenchor ließ vortrefflich seine Stimmen erklingen und brachte gemeinsam mit dem sinfonischen Orchester und den Solisten Andriane Kienzler (Sopran), Waltraud Flatscher (Alt), Ulrich Müller-Adam (Tenor), Hermann Locher (Bass) und den Organisten Peter Marksteiner und Eva-Maria Rusche die Paukenmesse von Joseph Haydn sowie das Credo aus der Missa „Aeterna Christi munera a cappella“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina zu Gehör. Die rund 50 Sänger feierten damit das 100-jährige Bestehen des Kirchenchors und zeigten, wie schön und Freude spendend der musikalische Lobpreis Gottes ist.
Weihbischof Rainer Klug, der zu diesem festlichen Anlass in seine Taufkirche gekommen war, freute sich, dass der Heilige Gebhard, Bischof der „alten bedeutenden Diözese Konstanz“, mit solch besonderer Musik gefeiert werde. Er dankte Gott, dass er Menschen geschenkt habe, „die uns diese Musik zu Gehör bringen und die Herzen mitnehmen zu Gott hin“. Kirchenmusik, betonte Weihbischof Rainer Klug, sei ein wunderbares Werkzeug, um die Herzen der Menschen zu erreichen, eine Einladung ohne Vorleistungen zu verlangen, ein gesungenes Gebet und Bekenntnis und anspruchsvoll für die Mitwirkenden. Kirchenmusik gehöre zu einer missionarischen Kirche und Gemeinde, denn sie öffne Türen, halte diese offen und bringe eine Annäherung zu Gott.
Die musica sacra „befindet sich in der Mitte des kirchlichen Tuns“, so Weihbischof Klug, und sei sehr anspruchsvoll, wenn man die Bandbreite der Stilrichtungen bedenke.
Weihbischof Rainer Klug überbrachte die Grüße des Erzbischofs und überreichte dem Gebhards-Chor die Dankesurkunde sowie die Palestrina-Medaille. Vorsitzender Werner Winterer dankte dem Weihbischof für die ehrenvolle Auszeichnung und den Chormitgliedern für ihre Treue und ihren Einsatz „im Dienst der musica sacra“. Sein Dank galt insbesondere Chorleiter Rainer Müller, der seit 1989 die Leitung inne hat, was mit großem Applaus bedacht wurde. Ein Dankeschön sprach Winterer ebenso der Pfarrgemeinde und Präses Pfarrer Andreas Rudiger aus, „die uns in allen Anliegen und Belangen unterstützt haben“. Die Medaille sei freudiger Ansporn, um auch künftig nach bestem Können und Vermögen im Dienst der Kirchenmusik Werke großer Meister und Komponisten der Gegenwart aufzuführen.
Werner Winterer blickte kurz auf die bewegte Geschichte des Chors zurück, der in der Weimarer Republik in einer Notkirche sang, 1930 zur Einweihung der Gebhardskirche die Stimmen erklingen ließ, im Dritten Reich nicht aufgegeben habe, in den Nachkriegsjahren erstarkte, heute wieder gefestigt sei und weitere Sänger mit offenen Armen aufnehme.
