Konstanz Zu wenig Grün: Neubauprojekt an der Hussenstraße hat erheblichen Verbesserungsbedarf

Der Gestaltungsbeirat kritisierte vor allem einen zu hohen Anteil an versiegelter Fläche. Bäume seien insbesondere in der Altstadt extrem wichtig. Der Entwurf muss überarbeitet werden

Konstanz – Weniger ist mehr: Nach dieser Devise hat der Gestaltungsbeirat ein Bauprojekt inmitten der Altstadt bewertet. Dem Expertengremium aus Architekten, Städte- und Landschaftsplanern gefiel die massive Versiegelung nach dem Abriss eines Hauses an der Hussenstraße 44 nicht. Den Einwand des Architekten, dass dies in Vergangenheit bei benachbarten Projekten keine Rolle gespielt hat, ließ der Beirat nicht gelten.

Fehler der Vergangenheit seien nicht von Interesse, sagte Beiratsvorsitzender Jörg Aldinger zum Einwurf von Detlef Kalkowski, andere Innenhöfe seien komplett versiegelt worden. "Man muss sehr sorgsam bei der Bebauung in der Altstadt sein", mahnte Aldinger, jeder Baum in der Innenstadt tue gut. Kalkowski hatte referiert, dass laut Baumschutzsatzung zwei Stämme nicht erhalten werden müssten. "Wir bevorzugen Qualitäten, nicht Rechtssatzungen", wischten Aldinger und sein Kollege Tilmann Latz den Einwand vom Tisch. Eine Dachbegrünung ersetze gewachsenen Boden nicht. Bis zur nächsten Sitzung des Beirats im Juli bat dieser um eine Überarbeitung des Entwurfs.

Die Pläne sehen nach dem Abriss einen Sockel für Ladenflächen vor, der fast das gesamte Grundstück bedeckt. Zur Hussenstraße soll ein viergeschossiger, im Innenhof ein zweigeschossiger Baukörper mit Flachdach aufgesetzt werden. Das Bestandsgebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert, ist wegen zahlreicher Veränderungen nicht denkmalgeschützt – jedoch die Gesamtanlage "Altstadt Konstanz". Und in diese muss sich der Neubau einfügen, das schreibt der Paragraf 34 des Baugesetzbuchs vor. Einen Bebauungsplan gibt es nicht.

Am Entwurf von Detlef Kalkowski, der das Projekt im Namen seiner Bauherren dem Beirat vorstellte, hatte die Expertenrunde weitere Kritikpunkte gefunden. Neben der Versiegelung und dem gewünschten Erhalt von Grün sei das vordere Gebäude zu hoch konzipiert. Die Fassade müsse städtebaulich verträglicher zur Umgebung werden, begründete Jörg Aldinger. Er empfahl eine traditionelle Dachform anstelle eines Satteldachs.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Wohnen in Konstanz: Große Nachfrage, wenig Platz, hohe Mieten: Die Lage auf dem Immobilienmarkt in Konstanz ist seit Jahren angespannt. Lesen Sie alles zum Thema Wohnen in unserem Themenpaket.
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren