Mein

Konstanz Zoffingen: Antrag auf Werkrealschule abgelehnt

12.03.2010
Schlagwörter


Die Mädchenschule Zoffingen darf zunächst keine Werkrealschule neuen Typs werden. Somit kann sie künftig nur die Schuljahre 5 bis 9 anbieten, nicht aber – wie gewünscht – auch das zehnte Schuljahr. Die Schule gestaltet die Hauptschule inhaltlich trotzdem nach Werkrealschul-Kriterien.

Konstanz – Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg hat den Antrag der Mädchenschule Zoffingen, eine Werkrealschule neuen Typs zu werden, für das kommende Schuljahr abgelehnt. Somit werden vorerst nur die Gebhardschule, die Hauptschule der Geschwister-Scholl-Schule und die Berchenschule zu Werkrealschulen neuen Typs umgerüstet. Dieser Bildungsgang ist im Gegensatz zur bisherigen Hauptschule mit freiwilligem 10. Schuljahr auf sechs Schuljahre angelegt. Er schließt nach der 10. Klasse mit der Mittleren Reife ab, kann aber auch nach der 9. Klasse mit der Hauptschulprüfung beendet werden.

Die Begründung für die Ablehnung des Antrages ist laut dem stellvertretenden Schulleiter Wolfram Vent-Schmidt nur formaler Art: „Unser Konzept wurde für gut befunden, aber nur zweizügige Hauptschulen dürfen Werkrealschulen werden.“ Die Mädchenschule Zoffingen ist in der Abteilung Hauptschule aber nur einzügig, hat also nur eine Klasse pro Jahrgang. Die Schule wollte trotzdem den Antrag stellen. „Es hätte ja sein können, dass wir als Ausnahme von den strikten Regeln gelten, weil wir eine Mädchenschule sind“, so Vent-Schmidt. „Wir sind schon enttäuscht, dass unser Antrag nur aus formalen Gründen abgelehnt wurde und wir jetzt keine Chance bekommen, unser gutes Konzept vorzustellen.

“ Der Konrektor betont aber: „Wir dürfen uns zwar nicht Werkrealschule nennen und das zehnte Schuljahr nicht anbieten, doch in den Klassen 5 bis 9 setzen wir künftig in der Hauptschule ebenfalls das neue Werkrealschulkonzept um.“

Die Mädchenschule Zoffingen als Verbund aus Haupt- und Realschule hatte ein kostenneutrales Konzept erstellt. Dies beinhaltet unter anderem in den Klassen 8 und 9 drei zweistündige Wahlpflichtfächer, wie sie die neue Werkrealschule überall vorsieht. Die Schüler können wählen zwischen „Natur und Technik“, „Wirtschaft und Informationstechnik“ und „Gesundheit und Soziales“. Die neuen Werkrealschulen sollen auch deshalb mindestens zweizügig sein, damit sie alle drei Fächer anbieten können. „Wir schaffen das auch einzügig“, sagt Wolfram Vent-Schmidt. „Wir lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen und unterrichten zum Beispiel Religion mit der Realschule zusammen.“ Im Gegensatz zu Grund- und Hauptschulen hat die Mädchenschule bereits Realschullehrer im Haus, die das Konzept mit umsetzen können.

Während die kleinen Hauptschulen Stephan und Dettingen demnächst schließen, bleibt der Hauptschulzweig der Mädchenschule Zoffingen auf jeden Fall erhalten. „Wir haben mit rund 20 Kindern pro Jahr gute Anmeldezahlen“, sagt Wolfram Vent-Schmidt. „Und deshalb werden wir den Antrag auf Werkrealschule nächstes Jahr wieder stellen. Es kann doch nicht sein, dass die Zügigkeit einer Schule das einzige Kriterium ist.“ Doch Alfons Bank, Sprecher des RP Freiburg, macht wenig Hoffnung: „Die Schule erfüllt aus den bekannten Gründen die Genehmigungsvoraussetzungen nicht“, sagt er. „Eine Sonderregelung für Mädchenschulen ist nicht vorgesehen.“

Kommentar

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln