Konstanz Zeuge verhindert Schlimmeres: Psychisch verwirrte Frau schreit Radfahrer an und steuert Auto in Gegenverkehr

Die Polizei sucht Zeugen einer gefährlichen Autofahrt einer verwirrten Frau am Sonntag durch das Konstanzer Stadtgebiet. Sie schrie Radfahrer an und beschädigte Fahrzeuge. Beim Eintreffen der Polizei schloss sie sich in ihr Auto ein.

Die Polizei sucht Zeugen der gefährlichen, chaotischen Autofahrt einer verwirrten Frau mittleren Alters am Sonntag durch das Konstanzer Stadtgebiet. Zeugen teilten der Polizei laut einer Pressemitteilung gegen 12.15 Uhr über den Notruf mit, dass die Frau im Stadtteil Paradies gezielt auf Radfahrer zufahre und sie aus ihrem Auto heraus anschreie. Die genaue Route ist nicht bekannt, aber die Polizei zählt die Straßen auf, in denen die Frau ihr Unwesen trieb: Wallgutstraße, Mayenfischstraße, Gottlieber Straße, Brüelstraße, Turnierstraße, Feldstraße, Gartenstaße. "In der Feldstraße dürfte die Autofahrerin dabei einen noch unbekannten Radfahrer angefahren und leicht verletzt haben", schreibt die Polizei und bittet den Verletzten, sich zu melden.

Noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte im Paradies fuhr die Frau mit ihrem Wagen über die Neue Rheinbrücke bis zur Wollmatinger Straße, wo sie an der Einmündung zum Riesenbergweg ihr Auto nach einer Vorfahrtsverletzung gezielt in den Gegenverkehr steuerte. "Dabei kam es zum Glück nur zu einem leichten Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Peugeot, dessen Fahrerin unverletzt ihr Fahrzeug verlassen konnte", so die Polizei. Die psychisch verwirrte Autofahrerin steuerte dann zunächst auf die Frau zu, als diese sich über den Gehweg in Sicherheit bringen wollte, setzte dann zurück und prallte mit ihrem Auto mehrfach gegen einen Mercedes, dessen Fahrer der Peugeot-Fahrerin zu Hilfe kommen wollte.

Einem Zeugen gelang es schließlich durch sein beherztes Eingreifen, der Skodafahrerin den Fahrzeugschlüssel abzunehmen und sie dadurch an der Weiterfahrt zu hindern. "Der Schlüssel brach dabei ab", erklärte Bernd Schmidt, Pressesprecher im Polizeipräsidium Konstanz, auf SÜDKURIER-Nachfrage. Da die Frau sich in ihrem Auto einschloss, konnten die eintreffenden Polizeibeamten deshalb die Tür nicht mit dem abgenommenen Schlüssel öffnen. Polizisten mussten dann schließlich eine Seitenscheibe des von innen verschlossenen Autos einschlagen, um die Frau zu überwältigen. Die Einsatzkräfte hatten für die Scheibe einen kleinen Spezialhammer, wie er zum Beispiel auch für Notfälle in Bussen zu finden ist, erläuterte Schmidt. Nach einer ärztlichen Untersuchung wurde die verwirrte Frau in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Ermittlungen laufen und wenn sie wieder richtig ansprechbar ist, soll sie befragt werden.

Insgesamt waren mehrere Streifenwagen vor Ort, da die Zeugenmeldung im Paradies eine Fahndung im ganzen Stadtgebiet angestoßen hatte. Alle zur Verfügung stehenden Kräfte in Konstanz seien mobilisiert worden. "Wer kann, ist dabei", beschreibt Schmidt eine solche Situation.

Die Polizei Konstanz bittet Zeugen, die die chaotische, gefährliche Fahrt einer Frau in einem Skoda durch das Stadtgebiet beobachtet haben oder selbst durch ihre Fahrweise gefährdet wurden, sich unter (0 75 31) 995-0 zu melden. Insbesondere wird der bislang unbekannte, vermutlich leicht verletzte Radfahrer gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Allensbach/Reichenau-Waldsiedlung
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren