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Konstanz Zeichensprache für die Kleinsten

Juliane Buneß (links) und die anderen Mütter zeigen das Symbol für Licht. Ihre Kinder sollen lernen, sich früh selbst über Zeichen mitzuteilen.
Juliane Buneß (links) und die anderen Mütter zeigen das Symbol für Licht. Ihre Kinder sollen lernen, sich früh selbst über Zeichen mitzuteilen. | Bild: Schlüter

Der Anblick ist erstmal ungewohnt: Mütter und ihre Kinder sitzen im Kreis, die Frauen singen und formen mit ihren Händen dabei allerlei Zeichen. Sie schauen ihre Kleinen an und sagen „Lernst hier Zeichen, Milch und Kuh, wink mir zu, wink mir zu.“ Hinter den Gebärden steckt aber ein Sinn: Juliane Buneß bietet Kurse für Babyzeichensprache an. Durch bestimmte Gesten, die der Gebärdensprache ähneln, sollen die Kinder früher Zugang zur Sprache bekommen und in Kontakt mit ihren Eltern treten können – weil die Kleinen die Zeichen nach einer gewissen Zeit nicht nur verstehen, sondern auch selbst anwenden.

So weit ist es an diesem Vormittag in einem Raum des Roten Kreuzes noch nicht. Die Mütter lernen allerlei Zeichen zum Thema Urlaub auf dem Meer. Sie formen ihre Hände und zeigen Handtuch, Badehose, Seife. Doch die meisten Kinder laufen durchs Zimmer oder schauen nicht zu. Kann das funktionieren? Die 17 Monate alte Jana zeigt, dass es geht. Sie ist aber auch im Vorteil: Als Tochter von Juliane Buneß hat sie schon einige Kurse mitgemacht. Während ihre Mutter „Jacke“ sagt, macht Jana das Zeichen dafür. Und auch die anderen Kleinkinder teilen sich zu Hause über Zeichen mit, versichern die Mütter. Mara Paschke, 31 Jahre, kommt mit Tochter Mia sogar extra aus Salem angefahren, um neue Zeichen zu lernen. „Am Anfang war ich enttäuscht, weil Mia nach zwei Monaten nichts konnte“, erzählt sie. „Aber neulich waren wir auf einer Fasnachtsfeier, die hat Mia nicht gefallen und sie hat das Zeichen für ‚Zuhause' gemacht“, erzählt Mara Paschke.

Auch die 46-jährige Bettina Gerspacher ist begeistert. Sie besucht den Kurs mit der einjährigen Alina, deren Tagesmutter sie ist. „Das Spielerische spricht die Kinder an“, sagt Gerspacher, die demnächst zwei neue Jungen betreut und die Zeichen weitergeben will. Aber auch auf ihre eigenen Kinder haben sich die Symbole übertragen. „Mein Sohn macht auch mit 22 Jahren noch das Zeichen für Schokolade“, erzählt sie und lacht. Kursleiterin Juliane Buneß, 31 Jahre, war selbst am Anfang skeptisch, ob Babys wirklich Zeichen lernen können. Doch inzwischen könne siesich das Leben ohne Zwergensprache nicht mehr vorstellen, sagt die dreifache Mutter. „Jana hat mit mir kommuniziert, als sie noch nicht sprechen konnte. Und es ist schön, wenn von ihr was zurückkommt und sie nicht nur ‚Da!' sagt“, so Buneß.

Kirsten Schlüter

Weitere Infos zu den Kursen: Juliane.

Buness@babyzeichensprache.com

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