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Konstanz Wortwitz und Charme

75 Studenten aus 15 deutschen Städten waren am Wochenende zu Gast beim ersten Konstanzer Debattierturnier, das vom Debattierclub Konstanz e.V. - der "Verbalattacke Süd" - mit Unterstützung der Wochenzeitung "Die Zeit" veranstaltet wurde. Den krönenden Abschluss bildete das öffentliche Finale am Sonntagmittag im unteren Saal des Konstanzer Konzils.

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Während Oppositionssprecherin Ella Zhirova (Zweite von rechts) den Argumenten der Regierungsvertreterin Maika Spilke (links) lauschte, legte sich Oppositionsschlussredner Daniel Hund (rechts) seine Rede zurecht. Bild: Böttcher

Konstanz - Vier Teams aus je zwei Debattanten traten beim finalen Schlagabtausch gegeneinander an - zwei Clubs übernahmen die Rolle der Regierung, die anderen beiden die der Opposition: "Jena I" und "Breiburg" - ein Zusammenschluss der Debattierclubs aus Freiburg und Bremen - stellten die Regierungsfraktion, "Jena II" und "Debating Heidelberg" bildeten die Gegenpartei.

"Bereit zum Streit - das Finale beginnt!" Nachdem die Organisatorinnen Sonja Koesling und Kathrin Koch dem Publikum die Finalteilnehmer vorgestellt und das strenge Regelwerk erläutert hatten - so war beispielsweise die Redezeit pro Person auf exakt sieben Minuten reduziert, ein Verstoß wäre mit einem Punktabzug bestraft worden - konnte es losgehen.

"Dieses Haus hält Arbeitsniederlegung für Sabotage", lautete das Thema der letzten Runde des Turniers. Nach nur 15 Minuten Vorbereitungszeit musste die Regierung den ihr zugeschriebenen Antrag mit allen Mitteln der Kunst verteidigen. Ihre Vertreter argumentierten, gestikulierten, spotteten und schimpften auf die Gegenseite, um - wie auch immer - das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Die Opposition versuchte ihrerseits die Zuschauer zu überzeugen: Mit ausdrucksstarker Körpersprache, festem Blickkontakt und natürlich einem vielfältigen Repertoire an rhetorischen Mitteln beeindruckten sie nicht nur die mehreren hundert Zuschauer im vollen Konzilsaal, sondern auch die beiden Jurys. Eine Ehrenjury bestehend aus Oberbürgermeister Horst Frank, dem Rektor der Universität Konstanz, Gerhart von Graevenitz, dem Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Repnik, SÜDKURIER-Chefredakteur Werner Schwarzwälder und dem Schriftsteller Ali Schirasi hatten die Aufgabe, den besten Redner zu ernennen und ein Jurorenteam aus Vertretern verschiedener Debattierclubs sollte das beste Team erküren. Bewertet wurden die Kriterien Inhalt, Stil und Strategie aber auch die Zusammenarbeit des jeweiligen Teams.

Daniel Hund vom Debattierclub "Jena I" wurde nicht nur vom Publikum zu seinem Liebling erklärt, sondern auch die Ehrenjury war sich einig: Seine Schlagfertigkeit, seine Argumente und die Tatsache, dass er das Publikum direkt ansprach, überzeugten, so Jury-Sprecher Werner Schwarzwälder.

"Hätten wir einen Charme-Preis zu vergeben gehabt, hätte ihn Ella Zhirova bekommen", fügte Schwarzwälder hinzu. Und so überraschte es kaum, dass auch die Juroren zu dem Schluss gelangten: Das Siegerteam eines rundum gelungenen Auftakts zur fünften ZEIT-Debatten-Serie heißt "Jena I" - Daniel Hund und Ella Zhirova.

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