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Konstanz Wollmatinger fordern endlich Verkehrsentlastung

01.10.2011
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Das von der Stadt vorgelegte Verkehrskonzept für Wollmatingen erhitzt weiter die Gemüter. Rund 170 Bürger kamen in den Gemeindesaal St. Martin, wo die Stadtverwaltung die Planung vorstellte.

Nur in einem Punkt waren sich die Redner einig: Im Ortskern wollen alle eine Verkehrsberuhigung. Doch die nötigen Schritte bleiben umstritten. Etliche Anlieger unterstützten die Stadt in ihren Überlegungen. Gewerbetreibende lehnten die „unechte Einbahnstraße“ dagegen ab.

Die beiden Lager schilderten eindrücklich ihre Sorgen. „Ab morgens um 5 Uhr donnern die Fahrzeuge vorbei“, sagte eine Anwohnerin der Radolfzeller Straße. Jahrelang habe man in Wollmatingen für eine Verkehrsberuhigung gekämpft, nun sei Mut gefordert, sie umzusetzen. Eine weitere Anliegerin sprach von Dauerverkehr: „Nachmittags kann man seine Kinder nicht mehr aus dem Hof lassen. Wir sollten auch mal an unsere Nachkommen denken.“ Ein Bürger sagte: „Unser Haus wackelt den ganzen Tag.“ Ein anderer sprach von mehr Lebensqualität durch die Verkehrsberuhigung. Auch der Schleichverkehr durch andere Straßen werde damit beendet.

Die Gewerbetreibenden sprachen sich zwar für eine Verkehrsberuhigung aus, doch die Einbahnstraßen-Lösung bedrohe ihre Existenz. Die Verbindung in die Vororte werde gekappt. „Wenn die Westtangente offen ist, bin ich sicher, dass keiner mehr durch Wollmatingen fährt“, so ein Redner. Man habe schon durch die Sperrung der Litzelstetter Straße 70 Prozent weniger Kunden, sagte der Chef eines dort angesiedelten Betriebs. „Wir sind doch Steuerzahler. Wir zahlen Grundsteuer und wir zahlen Gewerbesteuer.“ Oberbürgermeister Horst Frank und Mitarbeiter der Verwaltung hatten das Konzept vorgestellt. Es gehe nur um den starken Durchgangsverkehr, sagte Frank. „Ich möchte zu meinem Wort stehen, dass Sie, wenn die Westtangente kommt, eine echte Entlastung bekommen.“ Von 13 000 Fahrzeugen, die täglich durch die Radolfzeller Straße fahren, seien rund 9100 Durchgangsverkehr, erläuterte Christian Harcke vom Tiefbau- und Vermessungsamt.

Die Vertreter von Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee (IHK) und Handwerkskammer unterstützten die Gewerbetreibenden. Wenn die Westtangente funktioniere, gehe der Durchgangsverkehr zurück, sagte Bertram Paganini von der IHK. Der Handel sei auf die Erreichbarkeit angewiesen, ergänzte Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Matthias Heider, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Fürstenberg-Wollmatingen, sprach sich dagegen für das Verkehrskonzept aus. Er erinnerte an die Debatten um die Fußgängerzone in der Innenstadt, heute sei jeder Händler froh darüber. Der Umweg durch die geplante Sperrung betrage nur zwei bis drei Kilometer. „Wollmatingen muss entlastet werden.“

Der Gemeinderat müsse nun abwägen zwischen den beiden grundlegenden Interessen, so das Fazit von Horst Frank. Im Oktober soll die Entscheidung über das Verkehrskonzept fallen.


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durch wollmatingen gehts meisst nur im schritt tempo.
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