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Reichenau Wolfgang Zoll tritt auf der Reichenau zur Wiederwahl an

Der Bürgermeister bewirbt sich für eine neue, achtjährige Amtszeit. Mit einem Appell an die Bürger, sich für das Gemeinwesen zu engagieren, verband er seine Erklärung zur Kandidatur vor rund 400 Besuchern beim diesjährigen Neujahrsempfang.

Wolfgang Zoll will auch ab 2018 Bürgermeister der Gemeinde Reichenau sein. „Ich möchte wieder antreten und mich für weitere acht Jahre bei Ihnen bewerben“, sagte er beim Neujahrsempfang in der Inselhalle vor rund 400 Bürgern. Und diese spendeten längeren Applaus.

„Ich hätte das Gefühl, Sachen halbfertig zurückzulassen“, nannte der Bürgermeister als einen der Hauptgründe für seine Entscheidung. Zum einen gebe es viele Projekte, die demnächst umgesetzt werden – wie der begonnene Neubau des Strandbads, der anstehende Kunstrasenplatz auf dem Festland, ein behindertengerechtes Rathaus, die Fertigstellung der Ostfassade des Feuerwehrhauses oder das Gewerbegebiet Göldern-Ost. Zudem gehe es um Dinge, bei denen die Gemeinde nicht selbst alles in der Hand habe, wie die Situation am Bahnhof oder den weiteren Ausbau der B33. Und es stehe manches an, das über 2018 hinaus wirke, wie die Neuausschreibung des Öffentlichen Personennahverkehrs oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Lindenbühl. „Diese Prozesse reizen mich, sie mit Ihnen zusammen zu gestalten“, sagte Zoll, der meinte: „Es ist eine besondere, außergewöhnliche Gemeinde. Es gibt nur Alleinstellungsmerkmale." Und an die Bürger gerichtet: „Sie sind mir ans Herz gewachsen.“

Zolls Hoffnung für eine gute Entwicklung im neuen Jahr und der nahen Zukunft begründete er in seiner Bilanz zu 2016. „Ich glaube, es war ein Jahr, in dem die Gemeinde gezeigt hat, dass sie Lösungen finden kann.“ Als Beispiel nannte er den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, dem Landkreis im Tellerhof ein Grundstück für eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge anzubieten. Bei deren Unterbringung, was 2015 ein großes Thema war, habe sich zudem im Zentrum für Psychiatrie ein guter Partner gefunden.

Als wichtiges Ereignis für sich nannte der Bürgermeister zudem den Infoabend zum Themenkomplex Flächennutzungsplan, Landschaftsschutzgebiet und Glashauswünsche junger Gärtner am 12. September, zu dem viele Bürger gekommen waren. „Für viele ist das Projekt mit Ängsten besetzt“, so Zoll. Doch er habe es großartig gefunden, dass sich so viele Bürger konzentriert und aufmerksam informieren und mit dem Thema auseinandersetzen wollten. „Das zeichnet diese Gemeinde aus“, meinte er. Einerseits das Engagement der Bürger und zudem das funktionierende Gemeinwesen. Denn auch wenn die Wege unterschiedlich seien, seien alle für eine Zukunft des Gemüsebaus. Dies sei das Fundament, auf dem man stehe und das es zu bewahren gelte. Und wichtig seien Informationen und Tatsachen. „Gerade in diesen populistischen Zeiten kommt es auf Fakten an“, so Zoll. Für die Zukunft – nicht nur des Gemüsebaus – werde es wichtig sein, Kompromisse zu suchen. „Ich bin sicher, dass das möglich ist.“

Einige engagierte Bürger begrüßten es auf Nachfrage, dass Wolfgang Zoll erneut kandidiert. „Ich finde es gut, dass er weitermacht“, sagte Stefan Riebel, der Vorsitzende des Fischereivereins. „Er hat viele Sachen angestoßen, die er zu Ende bringen kann.“ Doch: „Was ich mir wünsche von ihm, ist, dass er eine klare Meinung vertritt und die auch umsetzt. Er sollte eine klare Linie fahren“, meinte Riebel. Persönlich und für die Berufsfischer hoffe er, dass es ordentliche Fänge und keine Unglücke gebe – schon gar nicht umweltbedrohende wie zum Beispiel ein Öltanklasterunfall auf der B 33.

Benedikt Wehrle, der Vorsitzende der Bürgermusik, sagte: „Ich finde es gut, dass er wieder antritt und die Themen weiter angehen will, weil er eine Persönlichkeit ist, die die Reichenau gut repräsentieren kann.“ Zoll sei immer interessiert, der Austausch mit den Vereinen gut. Wehrle meinte aber auch, dass in den vergangenen Jahren manche Abstimmung im Gemeinderat so ausgefallen sei, wie es nicht hätte sein sollen. „Da muss der Bürgermeister mehr handeln und Stellung beziehen“, fand er.

Hans-Jürgen Penkert, der Vorsitzende des FSV Waldsiedlung, sagte: „Ich bin froh, dass er weitermacht.“ Er wünsche sich, dass es so weitergehe wie zuletzt, dass alle Projekte gut durchgezogen würden. Das betreffe auf dem Festland natürlich die Bahnhofsanierung und den zügigen Ausbau der B 33. „Das ist schon eine große Belastung für die Waldsiedlung“, so Penkert. Beim schon lange gewünschten Kunstrasen gehe er davon aus, dass alles klappe. „Jetzt sollte nichts mehr schief gehen.“

Feuerwehrkommandant Andreas Schlegel meinte zu Zolls erneuter Kandidatur: „Ich habe nichts anderes erwartet.“ Eigentlich gehe es den Menschen hier doch gut. Also könne es so weitergehen. Ansonsten hoffe er auf Gesundheit für sich und seine Kameraden, und dass alle nach Einsätzen heil nach Hause kommen würden.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von dem Alphornsextett Alptraum der Bürgermusik. Für die Bewirtung sorgten Trachtenfrauen.

 

Wahl Ende des Jahres

Die erste Amtszeit des im Oktober 2009 gewählten Reichenauer Bürgermeisters Wolfgang Zoll endet am 31. Januar 2018. Da der Wahltermin frühestens drei Monate, spätestens aber einen Monat davor sein muss, wird dieser im November oder Dezember 2017 sein. Den genauen Wahltag muss der Gemeinderat noch festlegen. Vermutlich wird ein Termin im November gewählt, damit die Wahl nicht in die Adventszeit fällt. Gewählt wird grundsätzlich an einem Sonntag. Der Termin dürfte im Frühsommer, spätestens vor der Sommerpause feststehen. (toz)

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