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Konstanz Willst du mit mir Gassi gehen?

21.02.2008
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Lucky ist aufgeregt. Springt von links nach rechts, hechelt wild, die Augen immer fest auf den kleinen gelben Tennisball in Rainer Pohls Hand gerichtet. Jeder Muskel in seinem Körper ist angespannt, der ganze Hund: reine Vorfreude. Rainer Pohl wirft, Lucky schießt davon, dem Ball hinterher, über den weiten Kiesstrand des Hörnles direkt hinein in den Bodensee. Ein Hundeleben kann so schön sein. Wenn sich jemand um den Hund kümmert.

Das hat für den heutigen Nachmittag Rainer Pohl übernommen. Der 33-Jährige bietet seit Januar einen professionellen Gassigeh-Service für Hunde an. Abholen, spazieren gehen, spielen, Erziehung, nach Hause fahren - alles inbegriffen. Die Idee, es als professioneller Dog-Walker zu versuchen, ist langsam gereift. Schon seit längerem hat Pohl, der eine Event- und Promotionagentur besitzt, immer wieder die Hunde von Bekannten zum Gassi gehen mitgenommen. Die Anfragen häuften sich, das Wort "Hundeflüsterer" war im Umlauf. Pohl ist im Gegensatz zu Schülern, die Gassi-Dienste anbieten, erfahren und ausgebildet. Mit seinem eigenen Hund Aiko, einem freundlichen schwarzen Labrador, hat er die Begleithundeprüfung absolviert, ist im Hundesportverein aktiv. Pohl kann auch mit einem kraftstrotzenden Flegel wie Lucky umgehen, den er in zwei Jahren zu einem angenehmen Spaziergeh-Hund erzogen hat. Zwischen den Rüden Aiko und Lucky tänzelt Yorkshire Terrier Olgi hin und her. Die kleine Hundedame ist ebenfalls treue Kundin bei Rainer Pohl und lässt sich von den fünfmal so großen Herren nichts vormachen. Sie weiß genau, wo Pohl seine Leckerlis versteckt hat. ,"Sechs Hunde sind die Obergrenze für Gruppen", erzählt er.

Außerdem müssen sich die Tiere vertragen. Nicht jeder Hund sei gruppentauglich. Und nicht jeder Hund kommt mit Pohl klar. Um das herauszufinden, müssen sich Hund und Betreuer bei einem Spaziergang mit dem Besitzer erst einmal kennen lernen. Wenn sie sich nicht verstehen, macht ein Dienstleistungsverhältnis keinen Sinn. Ein Vertrag besiegelt den Auftrag. In einem ausführlichen Fragebogen werden Angaben zum Hund abgefragt: Vorlieben, Antipathien, Charaktereigenschaften, Erziehung. Der Besitzer muss außerdem eine Hundehaftpflichtversicherung haben, der Hund entwurmt und geimpft sein. Beim Spazierengehen in der Gruppe wird das Sozialverhalten des Hundes geschult, Befehle wie Sitz oder Platz geübt. Für Pohl ein Traumjob, nicht nur bei Traumwetter. Sogar die lästigen Momente, wenn der Hund sein Geschäft verrichtet, stören ihn nicht. "Das ist Standart: Wer Dreck macht, muss ihn auch wegräumen", sagt er, während er den Hundehaufen in einer Plastiktüte verschwinden lässt.

Momentan lässt sich das Gassi gehen noch gut mit seiner Selbstständigentätigkeit verbinden. Aber wenn er irgendwann einmal davon leben kann - warum nicht? "Zehn bis 15 treue Kunden sind mein Ziel", meint Pohl, der schon auf einen Kleinbus zur besseren Beförderung der Hunde spart.

Anja Arning

Kontakt: Rainer Pohl, Telefon 01577/1391451, E-Mail: info@walk-a-dog.com

Der Gassigeh-Service im Internet

www.walk-a-dog.com

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