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Konstanz Wie steht es um die Kultur in Konstanz?

Rechtzeitig vor der Kommunalwahl blickt der SÜDKURIER auf die lokale Kulturpolitik. In kaum einem anderen Feld kann vor Ort so viel entschieden werden. Nicht immer ist das eine gute Idee

„Ganz ehrlich“, sagt Lina Kleditzsch, „es ist jetzt nicht so, dass ich das ganze Jahr auf diese Wahl gewartet hätte, aber ich versuche mich zu informieren“, bekennt die 20-Jährige. Sie sitzt an einem Tisch in der Spiegelhalle, der Heimat des Konstanzer Kinder- und Jugendtheaters, und versucht zu erklären, wie es die junge Generation mit dieser merkwürdigen Sache namens Kommunalwahl hält. Rechts von Lina lehnt Lukas Wiehler (18) lässig auf seinem Stuhl, von links blickt Philipp Schwab (16) in die Runde.

Alle drei sind jung, engagiert bei einem der Jugend- und Tanzclubs des Stadttheaters, mithin also gesellschaftsinteressiert. Aber dieser Wahl stehen sie einigermaßen fremd gegenüber. Warum das so ist? Lukas Wiehler hat zwei mögliche Antworten: „Uns fehlt ein Impuls von Seiten der Politik, der unser Interesse anstößt und irgendwie geht es uns vielleicht auch zu gut. Wir haben gerade kein Problem, gegen das wir uns erheben könnten“, sagt der 18-Jährige. Allerdings: Sollte es irgendein Kommunalpolitiker auch nur wagen, die Mittel des Jungen Theaters anzutasten, „dann wird unser Protest laut und deutlich sein“, sagen alle drei.

Und schon ist man mitten im Thema: Das Feld der lokalen Kulturpolitik ist ein Paradebeispiel dafür, warum kommunale Entscheidungen eine Rolle spielen. Tatsächlich hat die Stadt hier einen breiten Gestaltungsspielraum. Wer bekommt wie viel Geld? Welche Kulturprojekte sind förderungswürdig? Wie soll das Kulturprogramm unserer Stadt aussehen? Mehr als 12 Millionen Euro investiert Konstanz jährlich in diesen Bereich. Nimmt man die Mittel für das Konziljubiläum hinzu, kommen in den nächsten fünf Jahren weitere sechs Millionen Euro dazu. Für eine 80 000-Einwohner-Stadt leistet sich Konstanz ein außergewöhnlich großes Kulturangebot. Dazu zählen neben den städtischen Einrichtungen wie Stadttheater, Philharmonie und den Museen genauso der Kulturladen, das K9, das Zebrakino und die gesamte freie Szene mit ihren Einzelkünstlern und den vielen Musikvereinen und Chören.

Das sagen die Kandidaten zum Thema Kultur
  • Christel Thorbecke, FGL: Stadt und Kultur gehören untrennbar zusammen. Daher wollen wir unsere bestehenden großen Kultureinrichtungen ebenso wie die aktuellen kleinen Projekte finanziell fördern, aber auch neue Initiativen unterstützen. Kulturelle Vielfalt ist uns wichtig. Wir brauchen Orte für Lesungen, Aufführungen, Ausstellungen und Konzerte und dabei ein begeistertes Publikum. Und wir wollen unser Kulturangebot auch für ärmere Bevölkerungsgruppen bezahlbar gestalten. Wir fordern daher ein eigenständiges, kreatives Kulturamt, das alle Fördermöglichkeiten bedenkt, die Kulturinstitutionen und Projekte koordiniert und auch Ansprechpartner für freie Gruppen und Initiativen ist. Die Stadt ist Lebensraum für alle, die hier leben, egal welchen Alters und welcher Herkunft. Wir wollen, dass die Menschen ihre Stadt mitgestalten können. Verschiedene Angebote, wie die Bürgersprechstunde, Bürgerversammlungen oder die App zur Meldung von Problemen sind wichtige Beteiligungsmöglichkeiten. Wir wollen aber weiter gehen: Wir möchten, dass Transparenz über Entscheidungsprozesse besteht und Beteiligungsformen verbindlich festgeschrieben werden. Teilhabe für möglichst viele Menschen erfordert vielfältige Beteiligungsinstrumente und einen Zugang zu Informationen ohne Barrieren.
  • Bild: Thomas Gröpper
    Wolfgang Müller-Fehrenbach, CDU: Das traurige Schicksal der Firma „Centrotherm“ eröffnet sowohl der Stadt Konstanz als auch der IHK Konstanz überraschend die einmalige Chance auf dem schön gelegenen und bestens angebundenen Areal am Seerhein: Ein rechtsrheinisches Veranstaltungshaus und gleichzeitig ein Domizil für die IHK – und damit die langfristige Sicherung ihres Standortes. Das nebenan gelegene Areal, dessen Rückerwerb sich die Stadt Konstanz bereits gesichert hat, kann zum Königsweg für eine adäquate Spielstätte der Südwestdeutschen Philharmonie und vieler weiterer Nutzer werden. Ein Ausweg aus der blockierenden Wirkung zweier Bürgerentscheide über das Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig scheint jetzt möglich. Zu dieser Befriedung sollten alle bereit sein. Vom Konzilsjubiläum kann ein Zeichen zur Einheit und zum Frieden in Europa ausgehen. Konstanz sollte darin seine Aufgabe erkennen und seine Chance nutzen. Besonders Kultur kennzeichnet unsere Lebensqualität. Menschen aller Generationen, Herkunft und aller gesellschaftlicher Gruppen sollen Barriere freien Zugang zur Begegnung und zur Mitgestaltung haben. So muss Vereinen, Musikschule und freien Kulturträgern Hilfe geboten werden. Auf dieser Basis wirken Stadttheater, Museen, SWP und Bücherei als Flaggschiffe.
  • Jan Welsch
    Jan Welsch | Bild: Patrick Pfeiffer
    Jan Welsch, SPD: Die Kultur in Konstanz ist mehr als nur Wirtschafts- und Tourismusfaktor. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Gemeinsam mit allen Akteuren wollen wir das kreative und weltoffene Konstanz weiterentwickeln. Neben der Hochkultur wollen wir uns auch für die alternative, freie Kultur und Initiativen, die Nischen besetzen, stark machen. Dazu muss die Vernetzung von Einrichtungen der Hochkultur mit Akteuren aus der freien Kulturszene gestärkt werden. Wir stehen hinter dem Kulturladen, K9, Zebra Kino, Open See Festival und ähnlichen Initiativen. Wir unterstützen Bands, die Räume für ihre Auftritte benötigen. Kultur braucht bürgerschaftliches Engagement. Deshalb wollen wir einen offenen Fonds gründen, der mit Hilfe vieler Menschen, Unternehmen und der öffentlichen Hand finanziert wird. Er soll auch Ausfallbürgschaften für Kulturevents übernehmen und so nichtkommerzielle Kulturveranstaltungen ermöglichen. Darüber hinaus braucht Konstanz ein Kulturkonzept, an dem Kulturschaffende und Bürger mitwirken können. Gleichzeitig muss der Zugang zur Kultur erleichtert werden. Die mit öffentlichen Mitteln geförderte Kunst muss allen Bürgerinnen und Bürgern in gleicher Weise zugänglich sein. Das darf aber nicht zu einer Kommerzialisierung oder Banalisierung der Kunst führen.
  • Bild: BEN WIESENFARTH
    Petra Rietzler, Freie Wähler: Konstanz als kulturelles Oberzentrum soll erhalten bleiben. Die Freien Wähler Konstanz stehen hinter unseren institutionellen Kultureinrichtungen wie Philharmonie, Stadttheater und den städtischen Museen. Hier gilt es, konsequent dafür zu sorgen, dass der öffentliche Kulturauftrag, der Bevölkerung den Zugang zu ästhetischen Erfahrungen zu ermöglichen, gewährleistet wird. Die Kommune soll dabei als „Ermöglicher“ auftreten und für ausreichend und adäquate Spielstätten sorgen, unter anderem durch ein Veranstaltungshaus. Nur die aktive Förderung der sogenannten „Hochkultur“ ermöglicht eine vielfältige und lebendige Freie Kulturszene, die für unsere Stadt nicht minder wichtig ist. Die öffentliche, kulturelle Grundversorgung ist nur durch das Zusammenspiel von Stadtverwaltung, Gemeinderat, öffentlichen und privaten Kulturträgern zu erreichen. Für Konstanz als kulturelles Oberzentrum soll das Kulturamt wieder eingeführt werden, das gemäß definierten kulturellen Leitlinien Impulse gibt und für Entscheidungsgrundlagen sorgt. Die Lebensqualität einer Stadt wird direkt am vielfältigen und lebendigen Kulturleben festgemacht
  • Heinrich Everke, FPD: Das hervorragende kulturelle Angebot in der Stadt mit Philharmonie, Theater und Museen muss selbstverständlich erhalten bleiben. Aber es gibt noch Möglichkeiten zur Verbesserung: Das Kulturbüro muss einen Etat haben, mit dem es die freie Kultur und die Kunst im öffentlichen Raum selbständig fördern kann. Der Schatz an Menschen in dieser Stadt, die Kultur schaffen, ist größer als wir es bisher wahrnehmen konnten. Wir sollten mehr daraus machen. Dies ist auch eine der Möglichkeiten, Menschen zu integrieren. 30 Prozent unserer Mitbürger haben ausländische Wurzeln. Sie bereichern unseren kulturellen und sozialen Horizont. Kultur und Sport sind die besten Möglichkeiten, um Integration zu schaffen. Deswegen brauchen sowohl Sportamt als auch Kulturbüro mehr Unterstützung. Außerdem brauchen wir eine große Konzerthalle, die nicht nur den Ansprüchen der Philharmonie genügt, sondern auch Konzerte für ein ganz anderes Publikum ermöglicht. Wir sind die größte Stadt am See, wir sollten mehr Selbstbewusstsein zeigen, wir brauchen einen solchen Veranstaltungsort. Darüber hinaus fehlt uns ein Museum für moderne Kunst. Andere Städte haben Mäzene gefunden. Es ist die Aufgabe des Stadtmarketings und des Oberbürgermeisters, solche Mäzene zu finden und sie zu unterstützen.
  • Simon Pschorr, Linke Liste: Die Stadt will, ohne zum Gesamtvorhaben vorher die Bürger zu befragen oder Kosten-Nutzen-Rechnungen vorzulegen, auf dem Centrotherm-Gelände in zwei Stufen ein Veranstaltungszentrum errichten. Es geht hier um ein Projekt in der Größenordnung von 50 bis 100 Millionen Euro, das Jahr für Jahr erhebliche Betriebskosten verursachen wird. Deshalb ist es höchst fraglich, ob die Stadt sich in ein paar Jahren noch ein eigenes Orchester und Stadttheater leisten und Kulturprojekte wie das Zebra-Kino und das K9 unterstützen kann. Wir lehnen dieses Kongress- und Konzerthaus ab, weil hier ein Millionengrab droht, das die kulturelle Vielfalt in Konstanz gefährdet. Die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben darf nicht vom Geschlecht, vom Geldbeutel oder der Herkunft abhängen, deshalb sind wir etwa für das kommunale Wahlrecht auch für unsere Nicht-EU-Mitbürger. Wir plädieren für eine Erweiterung der Leistungen des Sozialpasses, den Ausbau von Stadtteil- und Jugendzentren sowie für die Unterstützung einer breiten Palette an Projekten und Initiativen von der freien Kultur über neue Lebensformen für ältere Menschen bis hin zur Obdachlosenhilfe. Eine Stadt, die sechs Millionen Euro für die Konzilfeierlichkeiten übrig hat, kann auch die Teilhabe Schwächerer angemessen fördern.
  • Juri Buchmüller, Junges Forum Konstanz: Das Junge Forum Konstanz (JFK) steht für eine unparteiische, sachliche und vernünftige Politik der Gemeinsamkeit und Inklusion aller Bevölkerungsgruppen. Dieses Ziel kann nur durch Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit unserer Politik erreicht werden, was wir durch größtmögliche Transparenz erreichen möchten. Die Räte des JFK gehen dazu mit gutem Beispiel voran und werden ihr Abstimmungsverhalten veröffentlichen und erklären. Stärken möchte das JFK auch die Bürgerbeteiligung: So soll bei Bürgerbegehren eine ordentliche Prüfung und eine Antwort der Stadt garantiert werden. Langfristig setzt sich das JFK auch für einen stärkeren Einfluss der Bürger auf Bauvorhaben und Haushalt ein. Die Politik der Inklusion möchte das JFK auch in Kulturfragen umsetzen: Konstanz sollte neben seinem breitgefächerten Angebot in Sachen Sport und Hochkultur auch freie Kultur (zum Beispiel Kabarett und Kleinkunst) und traditionelle Veranstaltungen wie zum Beispiel Ostermärkte fördern. Wir unterstützen die Bestrebungen, das Zeltfestival zu reaktivieren und die Sommernächte- und das Seenachtsfest zurück in städtische Hand zu holen. Wir wünschen uns mehr Sport- und Kulturprogramme, an dem alle Bevölkerungsgruppen teilhaben können und wollen – dazu gehört auch freier öffentlicher Raum für Jugendliche und alle Bürger.

Das Verhältnis zwischen den Akteuren des Konstanzer Kulturlebens war nicht immer ganz spannungsfrei. Konflikte gibt es vor allem um das Geld. Die Freien sehen mit Unverständnis, wie sie um Hundert-Euro-Beträge feilschen müssen, während bei den städtischen Betrieben oft nicht so genau hingeschaut wird. Die Verteilungskämpfe ergeben sich auch aus der Sozialstruktur des Gemeinderats: Jüngere, innovativere Kulturprojekte haben es bei einem wohlsituierten, tendenziell eher älteren Rat schwieriger, Unterstützer zu finden. Die Entscheider der lokalen Kulturpolitik sitzen einerseits in der Verwaltung. Im Kulturbüro, das sich vor allem um die freie Szene kümmert, in den einzelnen Einrichtungen wie Theater, Museen und Philharmonie, an deren Spitze starke und selbstbewusste Chefs stehen, und dann gibt es da noch Bürgermeister Andreas Osner (SPD), der unter anderem auch für die Kultur zuständig ist.

Andererseits sitzen die Entscheider im Gemeinderat und den beiden kulturrelevanten Ausschüssen (Orchester- und Kulturausschuss). Wie gut die Arbeit der Kommunalpolitik in der Kultur in den vergangenen fünf Jahren war, dazu gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten. Einerseits hat sich der Rat gegenüber Kulturschaffenden immer wieder offen und spendabel gezeigt und dafür gesorgt, dass das Kulturangebot aufrechterhalten werden kann. Andererseits gab es da aber auch die Philharmonie-Affäre, in der neben weiten Teilen der Stadtverwaltung auch viele Stadträte geschlafen haben. Am Ende stand ein Minus von mehr als 700 000 Euro in der Orchesterkasse. Ein Defizit, das man bei etwas kritischerer Begleitung des Wirkens des früheren Intendanten Florian Riem zumindest hätte begrenzen können. Nicht nur dort, sondern insgesamt waren die Kulturausschüsse in den vergangenen Jahren zu oft zu Lobverteilungsrunden verkommen. Kritische Worte gab es kaum.

Zumindest bei der Philharmonie haben sich die Kommunalpolitiker jetzt mal wieder vorgenommen, genauer hinzuschauen. Nach zwei Fast-Pleiten in den vergangenen 20 Jahren will man sich hier erstmal keine Blöße mehr geben. Beat Fehlmann, der neue Intendant des Orchesters hat sich daran gewöhnt. Er trägt seit 2013 die Verantwortung und ahnt, dass er unter Beobachtung steht. Wer wissen will, wie sehr eine städtische Trägerschaft für ein Orchester taugt, findet in ihm einen guten Gesprächspartner: Vor seinem Engagement in Konstanz war er bei einem rein privaten Orchester beschäftigt. „Die öffentliche Trägerschaft ermöglicht ganz klar eine langfristige und präzise Planung.

Dadurch kann ein Orchester seiner Verantwortung innerhalb der Gesellschaft besser gerecht werden“, findet der Schweizer. Er sieht aber auch die andere Seite: „Natürlich hat diese langfristige Bindung in gewissen Fällen auch den Nachteil, auf aktuelle Ereignisse und Bedürfnisse nicht immer reagieren zu können“, so Fehlmann. Mit anderen Worten: Die Politik ist nicht immer so schnell, wie es ein Wirtschaftsbetrieb, was so ein Orchester auch ist, manchmal benötigt. Fehlmann formuliert bewusst vorsichtig. Nicht nur, weil er Schweizer ist, sondern auch, weil er weiß, dass er die Politik ja doch braucht. Fragt man ihn nach seinem Wünschen an den neuen Gemeinderat, dann fällt vor allem ein Wort: Mut. „Den Mut zu einem uneingeschränkten Bekenntnis zum Orchester. Den Mut zu einer großen Oper im Rahmen des Konzil-Jubiläums. Den Mut zu einer neuen Spielstätte.“

Wünsche gibt es auch in den anderen Kulturbetrieben. Theaterintendant Christoph Nix hätte gerne mehr Geld für sein Haus und die Freiheiten eines Eigenbetriebs, wie sie sein Kollege Beat Fehlmann hat.

Museums chef Tobias Engelsing sehnt sich vor allem nach einem „Haus, das modernen Ausstellungs- und Depotstandards entspräche, in dem die heute verstreut untergebrachten Kunstsammlungen der Wessenberg-Galerie und des Rosgartenmuseums konservatorisch angemessene Depots und Werkstätten fänden und das endlich größere Räume für anspruchsvolle Ausstellungen böte.“ Aufgabe der Kulturpolitik wäre es nun, diese verschiedenen Wünsche zu koordinieren und im Zweifel auch zu priorisieren.

An dieser Stelle kommt Sarah Müssig ins Spiel. Sie leitet das Kulturbüro und steht damit gewissermaßen zwischen der freien Szenen und den etablierten Einrichtungen. Müssig versucht das große Ganze zu sehen, und wenn sie heute auf den Kulturstandort Konstanz blickt, dann sieht sie vor allem das hier: „Wir haben ein enormes Potenzial. Manches davon ist aber noch im Dornröschenschlaf. Wir müssen es nur wecken“, sagt die 31-Jährige. Wie das gehen könnte? „Wir brauchen mehr Aushängeschilder. Wir wollen zum Beispiel das Zeltfestival wieder beleben, Feste für junge Menschen schaffen, ein jährlich stattfindendes Literaturfestival etablieren, vielleicht auch die Landesmusiktage ausrichten“, sagt Müssig. Ideen gibt es genug, aber noch fehlten ihr die Mittel und das Personal, das alles auch umzusetzen. Sie hofft, ein neuer Gemeinderat könnte ihr vielleicht ein höheres Budget zugestehen. „Dann kämen wir weg vom reinen Verwalten, hin zu mehr Gestaltung“, so Müssig. Ihre Vision des Konstanzer Kulturlebens sieht so aus: Stärkung der jungen Kultur, mehr innovative Ansätze, Räume für zeitgenössische Kunst, die Kultur noch mal ganz anders denkt.

Aber sie weiß auch, wie schwierig es ist Visionen zu leben, wenn nicht mal das kleine Einmaleins funktioniert: Bis heute gibt es keinen einheitlichen Ticketverkauf für alle Kulturangebote der Stadt.

Vielleicht bringt die Entwicklung eines Veranstaltungshauses am Seerhein im Centrothermgebäude hier noch mal einen Veränderungsschub. Ein echtes Konzerthaus? Das würde auch Lina Kleditzsch, Lukas Wiehler und Philipp Schwab interessieren. „Zumindest dann, wenn dort auch größere Popkonzerte stattfinden können. Falls nicht, gehen die Pläne an jungen Menschen wieder vorbei“, meint Wiehler. Sie wollen das Haus jedenfalls nicht um jeden Preis. Wichtiger sind ihnen dann schon Investitionen in den Bildungs- oder Pflegebereich. „Dinge, auf die man eben nicht verzichten kann“, sagt Kleditzsch. Von der Politik erwarten sie vor allem eines: Glaubwürdigkeit. „Die sollen keine Luftschlösser bauen, sondern ehrlich sein“, findet Lukas Wiehler. In der Kulturpolitik und anderswo.

 

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