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24.04.2012  |  von  |  0 Kommentare

Konstanz/Kreuzlingen Werbung für den Boulevard

Konstanz/Kreuzlingen -  Konstanz will sie bald provisorisch einrichten, Kreuzlingen hat sie schon: die Begegnungszone. Sie braucht aber noch mehr Werbung.

Hier ist nur Tempo 20 erlaubt, hier ist die Begegnungszone: Sandro Nöthiger von der Kreuzlinger Stadtverwaltung wünscht sich, dass die Bürger den Boulevard noch stärker annehmen.  Bild: Hanser

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Redakteur Konstanz

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Was Konstanz am Bahnhofplatz realisieren will, hat Kreuzlingen seit Juni 2011: eine Begegnungszone, auf der alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander üben sollen und Fußgänger Vorrang haben. Bis alle Bürger diese Einrichtung verinnerlicht haben, benötigt es Zeit. Um diesen Prozess zu beschleunigen, startet Kreuzlingen eine zweite Informationskampagne.

„Gemeinsam langsam“ lautet das Motto in der Begegnungszone. Das Einkaufen, Begegnungen und der Genuss sollen auf diesem stark belebten Einkaufsboulevard im Vordergrund stehen. Auf der Hauptstraße der Konstanzer Nachbarstadt gilt Tempo 20 – für alle fahrenden Verkehrsteilnehmer. Tafeln an der Fahrbahn zeigen Geschwindigkeiten an. Bislang seien noch keine Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens ausgestellt worden, sagte Sandro Nöthiger bei einem Pressegespräch. Das könne aber noch kommen, ergänzte der Leiter des Kreuzlinger Tiefbauamts.

Derzeit habe der Boulevard noch den Status eines Provisoriums. Erst wenn er als erfolgreich bewertet wird, und diese Prüfung läuft derzeit mit diversen Messungen, stuft ihn die Kantonsverwaltung Thurgau als Begegnungszone auf Dauer ein. Das setzt jedoch die volle Anerkennung bei den Bürgern voraus. Damit tun sie sich noch schwer. Zwar ist die Stadt Kreuzlingen mit dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf dem Boulevard prinzipiell zufrieden. „Wir hatten aber gehofft, dass es schneller geht“, sagte Nöthiger über den Lernprozess. Um den Boulevard mehr in die Köpfe der Bürger zu bringen, startet die Stadtverwaltung eine weitere Informationswelle.

Am 26. April, 4. und 12. Mai werden Verkehrskadetten Flugblätter mit Informationen über die Begegnungszone direkt an Passanten, Auto-, Rad- und Motorradfahrer verteilen. Sanft darauf aufmerksam machen, dass „dies eine Einkaufsstraße ist und nicht für den Durchgangsverkehr bestimmt“, erklärte Tiefbauamtsleiter Sandro Nöthiger. Dies deckt sich mit dem Ziel der Konstanzer Stadtverwaltung. Denn unter dem Strich soll die Umlenkung des Verkehrs stehen. Autofahrer sollen dazu angeregt werden, nicht mehr über die Bodanstraße, den Bahnhofplatz und die Konzilstraße in Richtung Rheinbrücke zu fahren. Sie sollen eine andere Route wählen und die Innenstadt von Staus und Abgasen entlasten.

In Kreuzlingen gibt es hierbei erste positive Veränderungen. 13 000 Fahrzeuge seien vor Einführung des Boulevards auf der Hauptstraße unterwegs gewesen. Jetzt seien es nur noch 9000, rechnete Nöthiger. Zuletzt hat die Stadtverwaltung elektronisch eruiert, ob Autofahrer in den Boulevard eingebogen sind, um in Geschäften an der Straße einzukaufen; oder ob sie ihn nur als Durchgangsstraße Richtung Konstanz benutzt haben. Eine Auswertung liege noch nicht vor, sagte Sandro Nöthiger. Im Ernstfall müsse jedoch nachjustiert werden. Soll heißen: Den Verkehr so zu lenken, dass die Hauptstraße weiter von Durchgangsfahrten befreit wird, zugleich andere Stichstraßen für den schnelleren Weg zum Ziel aber nicht belastet werden.

Es gebe einen regelmäßigen Austausch mit Konstanz, sagte Nöthiger. Das schließt mit ein, dass sich Konstanz von Kreuzlingen beim Thema Begegnungszone Tipps holt.

Die Begegnungszone am Konstanzer Bahnhof sorgt für viel Diskussionsstoff.

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