Konstanz - Die Nähe zur Praxis ist an Fachhochschulen schon immer ein Vorteil gewesen. Der Austausch mit Unternehmen und praxisnahe Erfahrungen innerhalb der Vorlesungen stehen auch an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) im Vordergrund. 24 Studenten der Studiengänge Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen haben in einer Projektarbeit kennen gelernt, was es bedeutet, ein Handyspiel zu programmieren - nämlich ganz schön viel Arbeit.
Das Quiz rund um Fragen aus der Elektrotechnik nennt sich "EI-Challenge", hat aber nichts mit Eiern oder dem iPod zu tun. EI steht für Elektrotechnik und Informationstechnik, Challenge bedeutet Herausforderung. Eine Herausforderung war das Projekt auch für die Studenten. Die Vorgabe ihres Professors, Thomas Birkhölzer, war nur, dass sie innerhalb der Vorlesung "Informatik 2 für Ingenieure" die Software für ein Handyspiel programmieren müssen. Dass es ein Quiz rund um das Studium der Elektrotechnik wurde, hat tatsächlich einen fast ernsten Hintergrund: Der Studiengang hat Nachwuchssorgen. "Gleichzeitig rennen uns die Firmen die Bude ein auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern", erzählt Birkhölzer. Die "EI-Challenge" soll Abhilfe schaffen, Zielgruppe sind Schüler der Abschlussklassen: "Wir wollen die Schüler begeistern und ihnen zeigen, was mit Elektrotechnik eigentlich möglich ist", erzählt Student Christian Ernle.
Und das ist so einiges: Das Spiel hat fünf Level à sechs Fragen, vier verschiedene Joker helfen, wenn es mal zu schwer wird, ganz im Stile von "Wer wird Millionär". Aber nicht Günter Jauch, sondern Einstein selber verkündet liebevoll animiert, ob die Antwort richtig war. Jedes Level schließt zusätzlich mit einem Puzzle ab, bei dem die sechs Teile eines Schaltkreises oder eines Dampfkraftwerks in die richtige Lage gebracht werden müssen. Klingt anspruchsvoll, ist es manchmal auch. Wer alle fünf Level erfolgreich durchlaufen hat, bekommt ein Zertifikat, dass er oder sie für das Elektrotechnik-Studium qualifiziert ist.
Bisher hat das Spiel jedes Mal funktioniert. Aber ganz so einfach war die Umsetzung nicht. "Wir dachten schon im Dezember, dass wir jetzt fertig wären - aber da lagen wir wohl falsch", erzählt Sarah Kammerer. Alleine die Formulierung der Fragen war eine enorme Arbeit, ganz zu schweigen von Programmierung und Projektkoordination. In verschiedenen Gruppen haben die Studenten einzelne Teilaufgaben angepackt - koordiniert von Projekt- und Produktmanagern, betreut vom Fachmann Birkhölzer: "Das Ziel dieser Übung ist, dass die Studenten sehen, wie ein Projekt auch innerhalb eines Unternehmens abläuft - mit all den unvorhersehbaren Zwischenfällen und Problemen." Diese EI-Challenge haben die 24 gemeistert.
Anja Arning
Im Internet kann die EI-Challenge online gespielt und für Handy oder PC heruntergeladen werden.
EI-Challenge im Internet
www.ei.fh-konstanz.de/ei/eichallenge/index.php
