Konstanz Wenn in Dingelsdorf die Sombreros fliegen
Volksmusik versus Folklore-Rap: Bei den Ala-Bock in Dingelsdorf stehen alle Generationen auf der Bühne und bieten den Gästen ein lustiges Narrenkonzert. Bild: scherrer
– Nichts ist unmöglich in Dingelsdorf, und vor allem nicht bei den Ala-Bock. Unmöglich sind höchstens die Akteure, die auf die skurrilsten Ideen kommen und diese grandios umzusetzen vermögen. Bestes Beispiel bei der diesjährigen Fiesta „Viva Mexico“ war ein amerikanischer Western, der vor dem Publikum synchronisiert wurde. Während die Schauspieler (Adolf Sulger, Roland Schmiedmeister, Michael Allweier) im Saloon agierten, sorgte Bernhard Renz für die entsprechenden Geräusche und Dialoge. Dieser unbeschreibliche Brüller in Breitwand, der die Zuschauer Tränen lachen ließ, geht sicherlich in die Annalen der besten Ala-Bock-Sketche ein.
Abwechslungsreich und zumeist kurzweilig gestaltete sich die viereinhalbstündige Fiesta in der wie immer trefflich umgestalteten Thingolthalle. Der gut gemixte Narren-Cocktail Ala-Bock-Sunrise bestand aus facetteneichen Ballett-Darbietungen, die durch zauberhafte Kostüme, interessante Choreografien und tänzerisches Können bestachen und immer eine Zugabe zur Folge hatten, über Sketche, Gesangsdarbietungen bis hin zu einer wohlgereimten Büttenrede von Beate Stader über das Leben und Leiden als Dosenöffner einer eigenwilligen Katze.
Das Thema Mexiko zog sich dabei als Leitfaden durch das ganze Programm, denn Dingelsdorf, wie sich schnell zeigte, hat viele Gemeinsamkeiten mit dem feurigen südamerikanischen Land: Klippenspringen wird vom „Bruckepfohl“ zelebriert, Labsal gibt es in der „Isla Cervecas“ (Getränkeinsel) und auch die Hacienda des Heiner Zorro – in Wirklichkeit Ortsvorsteher Heinrich Fuchs – ist weithin bekannt. Dominik Fröhlich und Sascha Bossart, zwei von drei Amigos, boten selbstgetextete Lieder über die Liebe, das Leiden und böse Nachbarn, während das legendäre Duo Gottfried und Sepp mit Tuba und Vuvuzela von sich behaupteten: „Was wir machen ist Kunst – aber richtige!“ So etwas gibt es eben nur bei der Dingelsdorfer Fasnacht.
Weitsicht ist den Dingelsdorfern ebenfalls zu eigen: Sie integrieren den Bühnennachwuchs vorzeitig, und zwar in allen Bereichen. Bei der Begrüßung der Gäste, die dieses Mal in einen gelungenen Sketch eingebunden war, agierten Shenay Stader und Leon Renz federführend, während Präsident Bernhard Renz als Stehauf-Männchen quasi nur in einer Nebenrolle agierte. Darüber hinaus begeisterten Patrick Schmiedmeister sowie Ingo, Andy, Alex und Leon Renz als herausragende Folklore-Rapper mit Beat-Box. Und beim gemischten Kinderballett – in diesem Jahr unter dem Motto „Calimero mit Sombrero“ – tanzten bereits die Jüngsten und bezauberten die Zuschauer.
