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Konstanz Warnfarben weisen auf Gift hin

Der Fall mutmaßlichen Katzenmords in Petershausen bewegt weiterhin die Menschen.

Chewy (helles Fell) verendete elend an Gift. Bei der Katze aus Petershausen wurde ein Wirkstoff nachgewiesen, wie er in Rattengiften vorkommt.
Chewy (helles Fell) verendete elend an Gift. Bei der Katze aus Petershausen wurde ein Wirkstoff nachgewiesen, wie er in Rattengiften vorkommt. | Bild: Privat

– Tierhalter in Petershausen sind verunsichert. Nachdem im Bereich Markgrafen-, Tenbrink- und Gebhardstraße zwei Katzen spurlos verschwunden und zwei vormals gesunde Tiere gestorben sind, eines nachweislich an einen Wirkstoff, wie er in Rattengiften vorkommt, fürchten Tierfreunde um ihre Lieblinge. Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen im Landkreis rät Tierbesitzern, wachsam zu sein. Gifte zur Schädlingsbekämpfung tragen Warnfarben wie Grellrot oder ein sattes Türkis. In geschickt präparierten Ködern könne es aber dennoch sein, dass sie nicht auffallen, darauf weist das Amt hin.

Der Giftstoff Coumatetralyl, an dem die Katze aus Petershausen verendet ist, darf seit Sommer vergangenen Jahres nur mehr an professionelle Schädlingsbekämpfer abgegeben werden. Das heißt: Sie benötigten eine Erlaubnis zum gewerbsmäßigen Bekämpfen von Wirbeltieren als Schädlinge nach dem Tierschutzgesetz. Auch Mitarbeiter müssten Sachkunde nachweisen. Das Veterinäramt weist allerdings darauf hin, dass im Handel weiter Nagergifte zu bekommen sind, die den gleichen Wirkmechanismus haben wie Coumatetralyl. Diese Gifte dürften nach einer Fachberatung auch an Privatpersonen abgegeben werden. Diese sollten auf die Anwendungsvorschriften achten, also etwa Boxen einsetzen, in denen die Köder unerreichbar sind für Kinder, nicht aber für Ratten.

Das Amt weist darauf hin, dass Gifte zur Schädlingsbekämpfung zugelassen werden müssen. Dabei würden auch tierschutzrechtliche Aspekte geprüft. Besonders schmerzhafte Gifte würden nicht zugelassen. Bei Nagern wirkten die zugelassenen Gifte erst nach mehreren Stunden. Die größte Wirkung entfalteten sie nach 36 bis 48 Stunden. Die Nager verbluteten dann innerlich. Dies kann auch Hunden oder Katzen passieren, die eine größere Menge der Giftstoffe aufgenommen haben und denen nicht rechtzeitig ein Gegenmittel verabreicht wird.

Das Problem ist: Hat ein Haustier Gift gefressen, ist dies oftmals erst Stunden später an den Symptomen zu erkennen. Das Veterinäramt schreibt dazu auf Anfragen. „Da die Wirkung erst nach Stunden eintreten kann, wird ein Zusammenhang mit der Aufnahme von präpariertem Futter eventuell nicht erkannt. Klinische Symptome sind Schwäche, Blässe der Schleimhäute, Taumeln, Herzrasen und schwacher Puls.“

Hat der Tierarzt einen konkreten Vergiftungsverdacht sollte die Polizei eingeschaltet werden, sagt das Veterinäramt. Verdächtige Futterreste können beim Veterinäramt eingereicht und von einem Fachinstitut auf Wirkstoffe untersucht werden. Bei einem konkreten Verdacht würde auch die Polizei ermitteln. Derzeit habe sie allerdings keine Ansätze dafür, hieß es auf Nachfragen.

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