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Konstanz Wahlkreis Konstanz: Erikli triumphiert, Keck jubelt

Die Grüne Spitzenkandidatin Nese Erikli bekommt in der Universitätsstadt Konstanz doppelt so viele Stimmen wie der CDU-Bewerber Fabio Crivellari und liegt damit über dem landesweiten Durchschnitt ihrer Partei. Der FDP-Kandidat Jürgen Keck zieht über das Zweitmandat in den Landtag. Peter Friedrich von der SPD verpasst den Einzug ins Landesparlament.

Die Konstanzer haben die Grünen-Kandidatin Nese Erikli mit einem überdeutlichen Ergebnis zur neuen Landtagsabgeordneten gewählt. Die 34-Jährige erreichte am Sonntag in der größten Stadt im Wahlkreis mit 41,7 Prozent ihr bestes Ergebnis und liegt damit nochmals weit über dem landesweiten Abschneiden ihrer Partei. Bei ihrer Wahlparty im K9 feierte sie ausgelassen: Mit dem Wahlergebnis haben die Grünen ihr Konstanzer Ergebnis innerhalb von zehn Jahren verdoppelt – von 20,6 Prozent bei der vorletzten Landtagwahl 2006 über 36,4 Prozent im Jahr 2011 auf nunmehr 41,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg auf 69,9 Prozent (2011: 65,8 Prozent, 2006: 50,7 Prozent).

FDP Mit 8,2 Prozent deutlich besser als 2011

Für die noch größere Überraschung sorgte am späten Wahlabend der FDP-Bewerber Jürgen Keck aus Radolfzell, den in Konstanz noch vor wenigen Monaten kaum jemand kannte. Er zieht über die Zweitmandate in den Landtag ein. In Konstanz errang die FDP mit 8,2 Prozent eine deutliche Verbesserung ihres 2011er-Ergebnisses. Noch bevor er wusste, dass er tatsächlich in den Landtag kommt, sprach er von einem „Traumziel nach 20 Jahren Kommunalpolitik.“ Dass dieser Traum nun Wirklichkeit wird, konnte der 54-Jährige zunächst selbst kaum fassen.

Vor der Überraschung: Schon als er die ersten Ergebnisse aus Stadt und Wahlkreis Konstanz erfährt, steht Jürgen Keck von der FDP die Freude ins Gesicht geschrieben. Gegen 23 Uhr ist dann klar: Auch er kommt in den Landtag.
Vor der Überraschung: Schon als er die ersten Ergebnisse aus Stadt und Wahlkreis Konstanz erfährt, steht Jürgen Keck von der FDP die Freude ins Gesicht geschrieben. Gegen 23 Uhr ist dann klar: Auch er kommt in den Landtag. | Bild: Aurelia Scherrer

CDU-Kandidat Fabio Crivellari hat den Einzug in den Landtag noch sehr viel deutlicher verpasst als vor fünf Jahren Andreas Hoffmann. In keiner Gemeinde des Wahlkreises schnitt die CDU so schlecht ab wie in Konstanz. Hier errang sie nur noch 20,1 Prozent. 2011 waren es noch 29,4 und 2006 sogar 37,6 Prozent. Er zeigte sich im Kreis seiner Parteifreunde am Wahlabend in Radolfzell bitter enttäuscht: „Ich hoffe, dass die Landespartei den Ruf versteht.“ Nach einer Niederlage brauche man aber nicht nur Trost, sondern vor allem neue Ziele. Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) sprach Crivellari seine Anerkennung dafür aus, dass er die Herausforderung angenommen habe. In der Grünen-Hochburg Konstanz habe er aber keine Chance gehabt in einem Wahlkampf, der durch die Spitzenkandidaten geprägt gewesen sei.

Starke Verluste bei der SPD - Peter Friedrich verpasst Mandat

SPD-Kandidat Peter Friedrich, bisher Landesminister, kam bei den Zweitmandaten nicht zum Zug, weil sein Ergebnis in Konstanz und Region nicht sehr über dem im Land abwich: An seinem Wohnort Konstanz kam Friedrich auf 13,1 Prozent, was im Wahlkreis immer noch das beste Abschneiden war. 2006 hatte die SPD in der Universitätsstadt noch 21,7 Prozent der Stimmen geholt. Friedrich war am Wahlabend zunächst in Stuttgart und dann bei seinen Genossen im Restaurant Costa. Er sagte: „Für mich persönlich und die SPD ist das ein desaströses Ergebnis. Ich bin extrem traurig und enttäuscht, vor allem angesichts des intensiven Wahlkampfs, den wir in den vergangenen Wochen geführt haben.“

Simon Pschorr errang mit 4,9 Prozent der Stimmen das beste Abschneiden der Linken in Konstanz seit 2006. Bei der Wahlparty im Kula erklärte er: „Das ist eines der besseren Ergebnisse der Linken in Baden-Württemberg.“ Die AfD errang in Konstanz 8,9 Prozent, 3793 Wähler votierten für die Rechtspopulisten. Fritz Walter, der Pressesprecher des Kreisverbandes, zeigte sich mit dem Anteil sehr zufrieden und erklärte, es entspreche den Erwartungen: „Der Druck gegen die AfD ist zu einem Sog auf die Wählerschaft geworden.“ Den Ort ihrer Wahlparty hielt die AfD geheim, Kandidat Cay Amey äußerte sich gegenüber dem SÜDKURIER nicht.

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