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Konstanz Von Haus zu Haus für milde Gaben

05.01.2005
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Das Dreikönigssingen ist weltweit die größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Auch die Konstanzer katholischen Pfarreien senden wieder Kinder und Jugendliche aus, um unter dem diesjährigen Leitwort "Kinder haben eine Stimme" Spenden für notleidende Kinder und Jugendliche zu sammeln. Gleichzeitig unterstützt das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" die Opfer des Seebebens.

Konstanz - Auch die Pfarrei St. Suso engagiert sich tatkräftig. Die 16-jährige Stefanie Hiller und die 18-jährige Marina Linse sind die ersten im Gemeindesaal, denn die beiden Jugendlichen organisieren erstmals die Sternsingeraktion von St. Suso. Die vielen Stunden Vorbereitungszeit haben sie nicht gezählt. "Es ist eine ganz neue Erfahrung", stellen die beiden Jugendlichen fest, die von Kindesbeinen an als Sternsinger unterwegs waren. Diese Sternsinger-Aktion für St. Suso zu organisieren, ist eine neue Herausforderung für sie.

Nach und nach kommen mehr als 20 Mädchen und Jungen, sagen rasch "Hallo" und ziehen sogleich die Königsgewänder an. Die Mohren sind noch hübsch geschminkt, denn von 10 bis 12 Uhr waren die Gruppen bereits unterwegs, aßen dann rasch zu Mittag, um pünktlich um 14 Uhr für die Nachmittagstour bereit zu sein. Die neunjährige Vanessa muss sich nicht einmal nachschminken, denn sie hat ganz vorsichtig gegessen. Ihr macht die Aktion einfach Spaß: "Es ist toll, bei Leuten zu klingeln und dass Geld für die armen Kinder gespendet wird."

Während Stefanie Hiller und Marina Linse den Leitern und Leiterinnen der jeweiligen Sternsinger-Gruppe Spendenbüchse und Straßenlisten aushändigen, nützen die übrigen die Zeit zum Erfahrungsaustausch. Ein wenig Mut sei am Anfang schon erforderlich, um vor fremden Menschen zu singen, meint die achtjährige Nathalie, die zum ersten Mal bei der Sternsinger-Aktion mitmacht. Ihre Motivation: "Ich finde es wichtig, anderen Kindern zu helfen." Der zehnjährige Pascal wollte bereits im Vorjahr teilnehmen, doch der Starttermin war ungünstig; er lag genau an seinem Geburtstag. "Aber jetzt ist es perfekt." Auch Pascal ist hoch motiviert, denn er denkt an die erschreckenden Bilder des Seebebens in Asien.

Frohgemut schwärmen die Kinder aus, jede Gruppe quasi in eine andere Richtung. Manuela und Sara plaudern auf dem Weg von den Erlebnissen des Vormittags. Viele großzügige und spendable Menschen hatten sie besucht. 50 Euro hatte jemand sogar in die Spendenbüchse gesteckt, berichten die Zehnjährigen entzückt. "Es macht einfach Freude, denn man hilft Menschen, die kein Zuhause haben." Mit diesen beiden Mädchen sind auch die jüngste und die "älteste" Teilnehmerin unterwegs: die fünfjährige Barbara und die dreizehnjährige Verena. Anstrengend sei der Vormittag gewesen, stellen die Mädchen fest, denn sie hatten zusätzlich viele Süßigkeiten geschenkt bekommen, an denen sie schwer zu tragen hatten.

Der Nachmittag verlief anfangs nicht so erfolgreich. Viele Leute waren nicht zu Hause. Andere waren nicht unbedingt erfreut, die Sternsinger zu sehen. Und dann erlebten die Kinder, dass es auch in Konstanz arme und hilfsbedürftige Menschen gibt. Die Mädchen verzagten jedoch nicht, sondern freuten sich umso mehr an netten Worten. Welch schöner Gruß einer Bewohnerin, die zu den Kindern im Anschluss an das Singen und nach Übergabe einer Spende sagte: "Dank für euer Kommen, und einen guten Weg wünsch´ ich euch."

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