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11.08.2010  |  von Philipp Zieger  |  0 Kommentare

Konstanz Vier Geräte sind nicht genug

Konstanz -  Bis Ende September will die Stadt Konstanz vier Defibrillatoren angeschafft haben, zwei sind bereits an öffentlichen Plätzen in Konstanz vorhanden.

Demonstration an einer Puppe: Normen Küttner vom DRK überprüft, ob die Übungsperson atmet. Stadträtin Dorothee Jacobs-Krahnen bereitet den Defibrillator vor.  Bild: Bilder: Hanser

Die Pads, über die die Stromstöße fließen, müssen am Körper positioniert werden.

Nach den Stromstößen durch den Defibrillator beginnt die Herzdruckmassage.

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Auch beim vollen beabsichtigten Kontingent an Geräten zur Wiederbelebung bei Herzstillstand wollen sich die Freie Grüne Liste (FGL), das Rote Kreuz und die DLRG nicht zufrieden geben. Sie fordert noch mehr Defibrillatoren.

Auslöser, dass der Stein ins Rollen kam, war der tragische Tod des ehemaligen HSG-Handballers Sebastian Faißt. Er war bei einem Herzversagen während eines Spiels in Schaffhausen zusammengebrochen. Die Freie Grüne Liste, erläuterte Stadträtin Dorothee Jacobs-Krahnen, nahm dies zum Anlass, eine Diskussion über die Anschaffung von Defibrillatoren anzustoßen. Im Gemeinderat ging es durchaus kontrovers zu. Letztendlich entschieden die Räte jedoch, dass in Konstanz vier Geräte angeschafft werden sollen. Sponsoren sollen diese finanzieren. „Es gibt bereits zwei“, erläutert der städtische Pressesprecher Walter Rügert den Sachstand. Eine Maschine zur Wiederbelebung sei in der Schänzlehalle, eine weitere im Sportzentrum Wollmatingen.

Es sei nach dem Gemeinderatsbeschluss eine Firma beauftragt worden, die gleichzeitig die Geräte besorgen und Sponsoren dafür an Land ziehen soll. Rund 2000 Euro koste die Anschaffung für ein Gerät, Wartung und Instandhaltung, erläuterte Rügert. Bis Ende September sollen die anderen zwei Defibrillatoren in der Wollmatingerhalle sowie im Bodenseestadion sein. Die Firma verhandle derzeit mit den freiwilligen Gönnern. Sollten diese abspringen, werde die Stadt in die eigene Tasche greifen.

Vier Defibrillatoren sind der FGL, so Jacobs-Krahnen, dem Roten Kreuz und der DLRG zu wenig. Es müssten einige mehr an publikumswirksamen Orten hängen: Etwa an den Freibädern, im Konzil, im Rathaus und im Bürgerbüro. „In anderen Städten gibt es an vielen öffentlichen Orten Defibrillatoren“, sagt die Stadträtin. Konstanz dürfe nicht nachlässig sein. Zugleich müssten alle Personen, die zum Kreis der Ersthelfer zählen könnten, Schulungen erhalten. Es bestehe noch eine große Angst in der Bevölkerung, beim Einsatz der Wiederbelebungsmaschinen etwas falsch zu machen, erläutert Ulrich Dell von den Kreis-Notärzten, die aus eigener Tasche neun Geräte für den Landkreis spenden wollen. Diese Sorge sei unbegründet, die heutigen Defibrillatoren ließen sich sehr leicht anwenden. „Der größte Fehler ist, nichts zu machen“, sagt Normen Küttner, Leiter der Konstanzer Rettungswache. Wo Menschen sind, müsse ein Gerät hin, ist auch Jürgen Helff von der DLRG überzeugt. Wie Dell, Jacobs-Krahnen und das DRK will auch er erreichen, dass die Diskussion über die Anschaffung von noch mehr Defibrillatoren weitergeht.

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