Konstanz – Ja, so ist das: Viele schaffen und einer hat das Sagen. Die Belegschaft des Konstanzer Landratsamts hat diese Kernweisheit aus der Arbeitswelt am Schmotzigen Dunschtig zum närrischen Motto des Tages gemacht.
Befreiung Landratsamt In stattlicher Zahl zeigten sich schon am Morgen Indianer mit Federschmuck und Kriegsbemalung. Und noch bevor die Konstanzer Seegeister zur Befreiung des geknechteten Landratsamtspersonals schreiten konnten, fesselten mutige Squaws den Häuptling Landrat Frank Hämmerle für kurze Zeit an einen Marterpfahl. Und dann ließen sie ihn den Refrain singen: „Wild ist die Fasnacht, schwer ist der Beruf – uff.“
Als Autoritätsverlust musste der Landrat diese Einlage wohl nicht betrachten, auch wenn ihn wenig später der laute Klang der Seegeister-Schalmeien für die nächsten Tage aus dem Amt fegte und Seegeister-Präsident Hubert Müller mir nichts, dir nichts den Schlüssel des Landratsamts in Besitz nahm. Häuptling Hämmerle offenbarte dem Indianer-Volk, dass er ja einer der ihren sei. Er bekannte: „Ich liebe die Fasnacht. Es war allerdings ein langer Weg und ein Kulturschock.“ Den dürfte er wohl längst verdaut haben. Immerhin heuerte der Mann aus dem pietistisch geprägten Tübingen bereits im Jahr 1981 am Bodensee im öffentlichen Dienst an.
Hans Walter Ott, Seegeist-Gründer und Ehrenpräsident des Narrenvereins, gab dem Behördenchef zu verstehen, dass er sich auch als altgedienter Narr noch verbessern könne. Hämmerle sei an der Fasnacht zu selten im Seegeister-Häs zu sehen. Das müsse anders werden. Ott verordnete dem Häuptling tiefere Beschäftigung mit der Materie. Bis zur nächsten Fasnachtssaison soll der Landrat eine Seegeistermaske schnitzen. Unter Anleitung, versteht sich. Mal sehen, was daraus wird.
Narren stürmen das RathausBefreiung Landratsamt