Konstanz Unternehmer laufen Sturm
Was soll das? Dennis Dietrich und andere Gewerbetreibende in Wollmatingen sind fassungslos wegen der geplanten Durchfahrsperren in der Radolfzeller Straße. Bild: Bild: Rindt
Der Technische Ausschuss hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, mit Öffnung der Westtangente den Verkehr in den Morgen- und Abendstunden um den Ortskern herumzuleiten. Der Gemeinderat berät das Konzept am Donnerstag. Die Freien Wähler reagieren auf die Kritik der Betriebe mit dem Antrag, das Thema zurück an den Ausschuss zu geben. Er solle es unter Berücksichtigung der Belange der Unternehmer nochmals beraten.
Wollmatinger Gewerbetreibende können nicht verstehen, dass bisher niemand an ihre Existenzen gedacht hat. Sie fürchten, dass sie von den Kundenströmen abgeschnitten werden. „Wollmatingen muss verkehrsberuhigt werden, das steht auch für uns außer Zweifel“, sagt Berndt Stadelhofer vom Karosserie- und Lackierbetrieb in der Litzelstetter Straße. „Aber wir wollen auch nicht abgewürgt werden.“ Es müsse eine für alle tragbare Lösung gefunden werden. Er sagt, sein Betrieb habe schon durch die Schranke an der Litzelstetter Straße an Laufkundschaft verloren. Mit den nun geplanten Durchfahrsperren wäre die Existenz bedroht. Stadelhofer geht davon aus, dass unter dem Strich 14 Wollmatinger Betriebe mit rund 50 Beschäftigten in einer ähnlichen Lage wären.
„Das würde uns allen den Garaus machen“, bekräftigt Christoph Maus vom gleichnamigen Elektrobetrieb in der Radolfzeller Straße. Auch Dennis Dietrich vom Autohaus Fetscher, Annette Eisenberg, Pächterin der Bft-Tankstelle, und der Optiker Martin Montada zeigen sich entsetzt von den Plänen. Alle sehen die Notwendigkeit, die Anwohner vom Verkehr zu entlasten, aber sie lehnen strikt eine Lösung ab, die zu riesigen Umwegen zwingt, und die Kundenströme ins Industriegebiet lenkt. Alle berichten, dass gerade zu den geplanten Sperrzeiten das Kundenaufkommen am höchsten sei. Viele kämen auf der Fahrt zur Arbeit oder bei der Rückfahrt.
Denkbar wäre für einige der Unternehmer eine Ampelschaltung, die die Einfahrt nach Wollmatingen verzögert. Sie hätten auch Verständnis für Geschwindigkeitsbeschränkungen und eine engere Fahrbahn. Montada fragt, ob es nicht am sinnvollsten wäre abzuwarten, wie viel Verkehr nach Öffnung der Westtangente überhaupt noch durch Wollmatingen fließt. Nach Erhebungen der Stadt ist der größte Teil hausgemacht. Sie kommt auf 29 Prozent Durchfahrverkehr (am Stichtag waren es rund 12 100 Fahrzeuge). Der Rest fahre gezielt Wollmatingen an (rund 14 600 Autos) oder von dort aus los (rund 15 500 Autos).

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