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Konstanz Unser Mann bei der Bundeswehr

17.06.2008
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Dass er sich die Uniform gerne wieder angezogen hat, bestreitet Peter Renker nicht. Natürlich, sagt er, Militär heißt auch Krieg, und Krieg findet niemand gut. Aber in die Rolle des Stabsoffziers zurückzufallen, das gefällt dem 53-Jährigen schon. Zwei Sterne und Eichenlaub auf den Schulterklappen, steht er jetzt vor der Ausrüstung, die die Bundeswehr nach Konstanz geschafft hat und blickt zufrieden drein. Man hat ihn gelobt und ihm nicht zu Unrecht einen Teil des Erfolgs zugeschrieben, der darin besteht, dass es hier einen einzigartigen Hilfseinsatz gibt. Jetzt ist der erste Trubel vorbei, und Peter Renker sollte eigentlich an seinen zivilen Arbeitsplatz zurück: Er ist im Hauptberuf kaufmännischer Leiter der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) und der Entsorgungsbetriebe (EBK).

Bis zu einem gewissen Grad haben die beiden städtischen Unternehmen gelernt, ohne Renker auszukommen. Denn als aktiver Reservist muss er immer mal wieder zur Bundeswehr - drei, vier oder auch sechs Wochen. Als er 1981 nach acht Jahren aus dem hauptberuflichen Dienst bei der Bundeswehr ausgeschieden ist, wollte er den Kontakt zur Truppe halten. Und ist "seitdem fast jedes Jahr mal unterwegs gewesen", wie er selbst sagt. Mit Urlaub haben die Wehrübungen nicht viel zu tun - wenn man von dem Wechsel in eine sehr eigene, fremde Welt absieht. Auf mancherlei Weise, gibt Renker aber auch zu, "ist die Bundeswehr ganz einfach." Wer wem was zu sagen hat, entscheiden die Schulterklappen. Und wer führen muss, hat ein klar geordnetes Instrumentarium zur Verfügung. Für Peter Renker ist das im Laufe der Jahre gewachsen: Nach seiner aktiven Dienstzeit als Unteroffizier hat er eine fast vollständige Offizierslaufbahn durchschritten, nur zwei Stufen trennen ihn, theoretisch, noch vom Generalsrang.

Sein Arbeitgeber lässt ihn ziehen zu den Wehrübungen. "Manchmal schweren Herzens", lacht Renker. Doch jetzt hat sich sein Einsatz bei der Truppe auch für das ganz zivile Konstanz gelohnt. Als Beauftragter für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Landkreis ist es sein Job, eine Hilfeleistung der Bundeswehr zu prüfen und dann auch anzuleiern. "Ich berate den Landrat in solchen Situationen", sagt Renker und schiebt ein paar Beispiele nach: Wenn quadratkilometerweise Schwemmholz auf dem See treibt, wenn ein Sturm fast alle Straßen unpassierbar gemacht hat, wenn aus einem Chemiewerk giftiges Gas ausströmt. Zugleich muss Renker auch klären, dass nicht privatwirtschaftliche Interessen geschädigt werden.

In Konstanz war dies kein Problem: Zwar gibt es Unternehmen, die Behelfskliniken liefern können - aber nicht innerhalb weniger Tage. Und Renker war bekannt, dass das Militär schneller ist: "Ich wusste, dass es diese mobilen medizinischen Zentren gibt und habe dann Kontakt aufgenommen", sagt Renker. Bei ihm hört sich das dann so an, als könne man einfach mal so bei der Bundeswehr 22 Sattelschlepper in Bewegung setzen.

Jörg-Peter Rau

Konstanz
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