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Konstanz Uni Konstanz entwickelt Gebärden-App

Wissenschaftler der Universität Konstanz haben ein Konzept für eine iPad-App für die unterschiedlichen Formen der Gebärdensprache entwickelt. Jetzt fehlt es noch an der nötigen Finanzierung.

Mit zwei animierten Figuren namens Max und Eni sollen geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche spielerisch und einfach die Gebärden-Sprache lernen. So einfach die Idee, so schwierig die Umsetzung. Denn den Mitarbeitern der Lehrmedien-Werkstatt der Universität Konstanz, die das völlig neue Konzept im Rahmen ihrer Forschung erarbeitet haben, fehlt es an Geld für die Umsetzung. Seit zwei Jahren bereits forschen die Wissenschaftler, wie Kinder Gebärdenunterstütze Kommunikation erlernen und wie sie am besten gelehrt werden soll. Anhand dieser Erkenntnisse sei dann die Idee für die App für den Tablet-Computer iPad aufgekommen, berichtet Diana Schmidt-Pfister, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Lehrmedien-Werkstatt. „Für geistig beeinträchtige Kinder gibt es praktisch keine Lehrfilme oder andere modernen Medienangebote“, sagt sie.

3D-Figur Max.
3D-Figur Max.

Da es sich bei dem Projekt jedoch um ein Konsumprodukt handle, welches später gegen Bezahlung im Internet heruntergeladen werden könne, kämen keine Forschungsgelder in Betracht, erklärt Schmidt-Pfister. Gleichzeitig sei die Finanzierung über Wirtschaftsfördermittel nicht möglich, da es sich dennoch um ein Uni-Projekt handele. „Wir befinden uns irgendwie in der Mitte“, macht Schmidt-Pfister deutlich.

Mit einer Crowdfunding-Kampagne, das heißt über Spenden von Internetnutzern, versuchen sie jetzt die nötigen Gelder zusammen zu bekommen. „Um die Personalkosten für die ersten drei Monate decken zu können, brauchen wir 15 000 Euro“, sagt Diana Schmidt-Pfister. Um die App vollständig programmieren zu können, sind 30 000 Euro nötig. Aktuell steht das Budget bei 860 Euro, die Kampagne zum Spendensammeln läuft noch drei Wochen. „Wir hoffen, dass lokale Unternehmen auf uns aufmerksam werden, uns unterstützen und wir die 15 000 noch erreichen“, sagt sie.
 

Das Konzept des Programms ist denkbar einfach gehalten, da es für geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sowie deren Geschwister, Eltern, Lehrer und Betreuer geeignet sein soll. Mit kurzen Filmen und Spielen können die Benutzer unterschiedliche Formen der in Deutschland gängigen Gebärdensprache erlernen. Die beiden Figuren Max und Eni sollen dabei als Vorbilder und Identifikationsfiguren dienen. Durch regelmäßige Wiederholung in Filmen und mit einem Quiz soll das Gelernte besser eingeprägt werden. „Die Gebärdensprache für geistig beeinträchtigte Kinder ist eine andere als für Gehörlose. In der App sollen unterschiedliche Formen der Gebärden gelehrt werden“, so Schmidt-Pfister. Vergleichbare Lehrangebote für diese Zielgruppe gebe es in Deutschland noch nicht, berichtet die Wissenschaftlerin, die selbst Mutter eines geistig beeinträchtigten Kindes ist. Das Personal für die Gestaltung und Erstellung der App steht bereits. So ist Benjamin Schäfer, ausgebildet in der Soziologie und der akademischen Videospielanalyse, für das Design verantwortlich. Er hat auch die Benutzeroberfläche entwickelt.

 

Lehrmedien-Werkstatt

An der Universität wurde im Rahmen der dritten Förderlinie der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder die Lehrmedien-Werkstatt eingeführt. Die besonderen Leistungen bestehen in einem Austausch mit pädagogischen und therapeutischen Einrichtungen sowie in der Fortführung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses bis hin zur Produktion konkreter multimedialer Lehr- und Lernanwendungen.

Die Crowdfunding-Kampagne findet sich unter: www.startnext.com/lehrmedienwerkstatt

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