Sechs Monate Bus fahren für unter 50 Euro: Davon können fast alle Konstanzer nur träumen. Wer für den Weg zur Arbeit oder zur Lehrstelle regulär eine Halbjahreskarte kauft, zahlt für weniger Leistung stattliche 214,50 Euro und muss jedes Mal auf der Fähre einen Extra-Fahrschein lösen. Auch im Vergleich mit der Schülermonatskarte zeigt sich: Das Tarifsystem ist, bei aller Sympathie für die Anliegen der Studenten, nicht gerecht. Die Gründe für eine Preiserhöhung beim Studi-Ticket sollte der akademische Nachwuchs also leicht nachvollziehen können.
Nun gibt es natürlich die Besonderheit mit dem Solidarbeitrag. Diese für die Stadtwerke sichere Einnahmequelle macht das so günstige Semesterticket erst möglich, und sie ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhalt unter den Studierenden – ob sie nun Auto-, Bus- oder Fahrradnutzer sind. Man möchte sich die Debatte unter Konstanzer Eltern lieber nicht vorstellen, wenn ihre schulpflichtigen Kinder in ein ähnliches System einsteigen müssten. Darum hinkt der Vergleich mit der Schülermonatskarte ein wenig. Am grundlegenden Befund – Ungerechtigkeit – ändert das aber nichts.

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