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Konstanz Überschwemmung, Brand und Beben an einem Tag

10.01.2012
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Hangabrutsche, Treibholz, ein sinkendes Boot und ein Großbrand: All das sucht Konstanz innerhalb eines Tages heim, und zwar am 24. Mai. An diesem Tag plant das Militär eine trinationale Katastrophenschutzübung.

Über Konstanz bricht an einem einzigen Tag großes Unglück herein: Nach wochenlangen Regenfällen und durch Ostwind werden der Hafen und die Brücken von massiven Treibholzfeldern bedroht. Ein Passagierschiff gerät in Flammen und geht unter, zahlreiche Menschen werden verletzt. Dann bricht auch noch ein Großfeuer aus, die Gastanks der Stadtwerke drohen zu explodieren. Und das ist noch nicht alles: Rettungskräfte sind nur begrenzt verfügbar, weil in Bayern und Österreich gleichzeitig ähnlich gravierende Katastrophen stattfinden.

Das Szenario ist Teil de r trinationalen Katastrophenübung Terrex 12, die vom 22. bis 24. Mai stattfindet. Über 2000 Soldaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie rund 200 Fahrzeuge werden im Einsatz sein. Allein in Konstanz sind am 24. Mai gut 400 Soldaten und 500 zivile Hilfskräfte wie Feuerwehr, Sanitäter und Technisches Hilfswerk beteiligt. Einige Straßen und auch die Einsatzbereiche auf dem Bodensee werden für die Übung gesperrt, sagt Peter Renker, Oberstleutnant der Reserve und Leiter des Kreisverbindungskommandos Konstanz der Bundeswehr. Er ist an den aufwändigen Vorbereitungen beteiligt. „Ein großer Stab plant die Katastrophenschutzübung schon seit zwei Jahren“, so Peter Renker. „Unter anderem müssen richtige Drehbücher geschrieben werden, die die Akteure natürlich nicht kennen.“ Auf deutscher Seite sind mehr als 40 zivile und militärische Katastrophenschutz- und Krisenstäbe gleichzeitig im Einsatz.

Das Ziel ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu üben, und zwar unter erschwerten Bedingungen. Laut Peter Renker finden alle drei bis vier Jahre kleinere Probeläufe statt. Eine Übung im Ausmaß von Terrex 12 sei aber sehr selten. Fast begeistert sagt Renker: „Wir bewegen die Einsatzkräfte nicht nur am grünen Tisch, sondern dieses Mal gehen die Volltruppen an die Brennpunkte.“ Hangrutsche, Überschwemmungen und Treibholz sind am Bodensee nicht auszuschließen. Auch das simulierte Erdbeben im Inntal in Tirol sei gut möglich. Und so müssen die Helfer damit klarkommen, dass neben den Konstanzer Katastrophen gleichzeitig in Bayern ein Haus einstürzt und ein See bei Füssen dermaßen über die Ufer steigt, dass Menschen mit Hubschraubern gerettet werden müssen. Im nahen Österreich gehen Muren ab, auch hier gibt es Hochwasser. In Tirol wird ein Bezirkskrankenhaus durch ein Erdbeben stark beschädigt, der Bahnhof Kufstein ist Schauplatz eines Zugunfalls und in Reutte ist die Stromversorgung ausgefallen. Hubschrauber müssen Strommasten durchs Gebirge fliegen. An der Übung sind Heeresflieger, Hundestaffeln und schweres Räumgerät beteiligt, die Kräfte bauen Notunterkünfte auf. Die Bürger können sogar am Spektakel teilhaben: Der Konstanzer Teil der Übung wird vom Stadtgarten aus zu sehen sein.


Die Drei-Länder-Übung

Eine Katastrophe...
ist allein schon das wenig schmeichelhafte Portraitfoto des bedauernswerten Oberstleutnants :-).
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