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Konstanz Synagogen-Pläne werden nochmals überarbeitet

07.02.2011


Neue Wendung beim geplanten Synagogen-Neubau: Stadträte stellen den Erhalt des ehemaligen Gasthauses Anker in Frage
Wer die Synagoge baut
Neues Ringen um Synagoge
Letzte Chance für Synagogenbau

Ein schmales Handtuch für die liturgischen Räume und ein maroder Altbau für die anderen Funktionen der künftigen Synagoge: Nicht allen Mitgliedern des städtischen Gestaltungsbeirats leuchtete das Konzept ein. Der Architekt der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden hatte seine Pläne präsentiert, die das denkmalgeschützte Gasthaus Anker an der engen Sigismundstraße einbeziehen sollen. Ob dieser Wunsch der Stadtverwaltung allerdings Bestand hat, ist nach der Debatte eher unsicher. Immerhin hatte auch Brigitte Leipold (SPD) in der Beratung offen gefragt, ob der Altbau wirklich erhaltenswert ist.

Wahrscheinlicher wird, dass der Anker weitgehend abgetragen wird und die denkmalgeschützten Teile wie eine Stube aus dem 18. Jahrhundert oder ein Teil der Dachkonstruktion in einen kompletten Neubau integriert werden. Man forciere diese Variante nicht, sagte Architekt Fritz Wilhelm, ließ aber durchblicken, dass sie für den Bau insgesamt günstiger wäre. Man halte sich aber an die Vorgaben von Verwaltung und Politik. Peter Stiefel von der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz hatte vor allem liturgische Gründe für die neuerliche Kursänderung geltend gemacht. Nach jetziger Planung müsste der Gebetsraum von vorne her betreten werden: Die Gläubigen würden dem Thora-Schrein den Rücken zukehren. Auch in christlichen Kirchen wird das Schiff meist von hinten, der dem Altar abgewandten Seite, betreten.

Auch die IRG Baden, der die jüdischen Gemeinden unterstehen und die als Bauherrin auftritt, würde den Anker lieber abreißen und komplett neu bauen, wollte aber von den Auflagen der Stadt nicht abweichen. Man wolle keine Sonderrechte in Anspruch nehmen, die einem anderen Bauherrn nicht eingeräumt würden, hieß es am Rande der Sitzung. Nun wird Architekt Wilhelm, der bereits die neue Synagoge in Lörrach gebaut hatte, einen neuen Entwurf vorlegen. Offen ist, ob er sich dem zum Beispiel von Alexander Stiegeler (Freie Wähler) geäußerten Wunsch nach einer dezenten Fassadengestaltung anschließt: Er sagte, er denke eher an einen selbstbewussten Auftritt mit einer Fassade aus farbig glasierten Ziegeln.

Die Synagoge wenige hundert Meter entfernt vom Ort des früheren, 1938 durch die Nationalsozialisten zerstörten, Gotteshauses soll rund 1,8 Millionen Euro Kosten und eine aus beiden Gemeinden zu gründende Einheitsgemeinde beherbergen. Ob die Fertigstellung bis Anfang des Jahres 2012 nach der neuerlichen Wendung zu halten ist, ist fraglich. Unter Zeitdruck stehe man mit dem Projekt nicht, hieß es aus der Religionsgemeinschaft dazu. Noch in diesem Jahr soll es aber eine Grundsteinlegung geben.

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