Schon 560 000 Euro für Orgelneubau in St. GebhardVerein startet Patenschaft-Aktion zur Finanzierung
Konstanz – Der Termin für die Einweihung der neuen Orgel von St. Gebhard steht schon längst fest. Pfarrer Andreas Rudiger hatte diesen schon zu einer Zeit festgelegt, als die finanzielle Situation des Orgelbauvereins noch alles andere als rosig war. Das Konziljubiläum im Sinn legte er im festen Gottvertrauen den 14. Juli 2014 fest. Dieses Ziel ist mittlerweile nicht nur Vision, sondern absolut realistisch. Mit Claudius Winterhalter aus Oberhamersbach wurde bereits ein renommierter Orgelbauer beauftragt. Die finanzielle Situation stimmt überdies mehr als optimistisch. Selten wurde einem Kassenbericht so andächtig gelauscht, wie jenem während der neunten Mitgliederversammlung des Orgelbauvereins. Der verfügbare Betrag zum 31. Dezember 2010 betrug (inklusive verbindlicher Zusagen in Höhe von 154 500 Euro) insgesamt 511 549 Euro. Bis zur Mitgliederversammlung am Mittwoch wurden Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zinsen gut geschrieben. „Der verfügbare Betrag per heute beträgt 544 000 Euro“, verkündete Kassiererin Brigitte Rapp.
Die Summe erhöhte sich noch am selben Abend, denn die Sympathie-Aktion der Orgelpfeifen-Patenschaften für die Konzilsorgel startete. Interessierte können für eine gewünschte Orgelpfeife eine Patenschaft übernehmen. Von 50 Euro bis hin zu 5000 Euro sind die Preise gestaffelt. „Man kann sie beispielsweise für seine Enkelkinder übernehmen“, meinte Pfarrer Andreas Rudiger und spielte auf den Ausspruch „wie die Orgelpfeifen“ an. Er selbst übernahm an diesem Abend eine Patenschaft in Höhe von 5000 Euro; der Sinfonische Chor Konstanz eine in derselben Höhe.
Insgesamt 22 Orgelpfeifen-Patenschaften wurden an diesem Abend vergeben, so dass sich das verfügbare Kapital des Orgelbauvereins auf rund 560 550 Euro erhöhte. Wolfgang Müller-Fehrenbach als Vorsitzender dankte allen Spendern und dem SÜDKURIER für die Unterstützung. Die für den Grundausbau der Orgel benötigten 800 000 Euro rücken jetzt in erreichbare Nähe.
Orgelbauer Claudius Winterhalter freute sich ebenfalls mit und sprach schon von einem „Spendenfieberbarometer“. Er erläuterte den interessierten Zuhörer Gestaltung und Konzeption der geplanten Orgel für St. Gebhard, wobei er die Kirche auch akustisch als ideal empfindet, um eine hervorragende Lösung zu finden. Der Orgel liege eine „kontemporäre Gestaltungsidee“ zugrunde. Es handle sich im Prinzip um „einen viereckigen Kasten“, der jedoch bei genauem Hinsehen viele Details offenbare. Die Optik werde vielschichtig, denn die Anordnung der großen Orgelpfeifen werde in „asymmetrischer Symmetrie“ erfolgen. Die in die Tiefe gehenden Seitenräume sollen mittels bronziertem Drahtgeflecht den hinteren Raum verhängen. Schwieriger noch ist es, die Konzeption und damit den Klang der neuen Orgel zu beschreiben. „Wir wollen eine Neutralität voraussetzen und große Flexibilität und Transzendenz bieten, so dass der Organist je nach Fähigkeit und Phantasie das Instrument jedes Mal neu erfinden kann“, so Claudius Winterhalter, der in dreißig Jahren bereits 70 Orgeln gebaut hat. Bei der Orgel von St. Gebhard werde es sich um eine mechanische Orgel handeln, denn: „Die Seele des Klanges ist das Atmen der Pfeifen.“