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Konstanz Sunways muss auf sonnige Zeiten warten

31.08.2012
Konstanz -  Die Konstanzer Solarfirma rechnet erst 2014 wieder mit einem Gewinn und verlagert die Produktion weiter nach China.

Schwieriges Geschäft: Eine Mitarbeiterin von Sunways im Produktionswerk Arnstadt in der Nähe von Erfurt.  Bild: dpa

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Die hoch defizitäre Konstanzer Solarfirma Sunways AG muss auf freundlichere Zeiten noch eine ganze Weile warten: Bei der ersten Hauptversammlung in Singen seit der Übernahme von 71 Prozent der Unternehmensanteile durch den chinesischen Branchenriesen LDK, hielt sich Vorstandsvorsitzender Michael Wilhelm mit konkreten Prognosen zwar streng zurück. Er stimmte die Anteilsinhaber in Singen aber auf schwere Zeiten ein. Nach einem verlustträchtigen Jahr 2011 waren die Zahlen für die beiden ersten Quartale 2012 erneut schlecht, und auch 2013 sei mit einer Rückkehr in die Gewinnzone nicht zu rechnen. Als Gründe nannte Wilhelm weltweite Überkapazitäten und vor allem auf dem Heimatmarkt Deutschland politische Unwägbarkeiten zur Energiewende.

Den meisten Applaus bei der Hauptversammlung erhielt dann auch nicht der Sunways-Chef, sondern ein kritischer Aktionär. Rango Dietrich beklagte, dass ausgerechnet Lieferprobleme bei LDK der Sunways AG wichtigen Umsatz gekostet habe. Wilhelm räumte die Probleme ein, verwies aber auf die gewünschte enge Bindung zur neuen Konzernmutter. Sie biete große Vorteile, indem künftig Sunways-Produkte für gehobene Ansprüche und LDK-Anlagen für preisbewusste Abnehmer angeboten werden könnten. Andere Lieferanten ins Boot zu holen, sei aber auch aus finanziellen und technischen Gründen schwierig, hieß es weiter.

Wie schwierig das Photovoltaik-Geschäft derzeit ist, zeigt sich am Beispiel eines Bauteils, den Wechselrichtern. Sie formen die Gleichspannung aus den Solarzellen in die für Netze nötige Wechselspannung um, und die Modelle von Sunways zeichnen sich durch geringe Energieverluste aus. Im Jahr 2010 machte das Unternehmen mit diesen Invertern noch 5 Millionen Euro Gewinn, 2011 dann 10 Millionen Euro Verlust. Im ersten Halbjahr zog der Absatz zwar deutlich an – aber die Verluste blieben. Grund sind rapide fallende Preise, die Reaktion ist eine Verlagerung der Produktion nach China.

Wilhelm kündigte ein scharfes Kostenmanagement an. Für Investitionen sei auch mit Blick auf die Schulden der Firma nur wenig Spielraum, einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag plane man aber für 2012 ein. Auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind knapp bemessen – 2011 waren es 4,3 Millionen Euro und damit nur etwa 4 Prozent des Umsatzes, was für eine Technologiefirma wenig ist.

An der Produktion im thüringischen Arnstadt – die in Konstanz wurde verkauft – wolle man möglichst festhalten, erklärte Wilhelm. Dies sei wichtig, falls die EU in der Auseinandersetzung um angebliche Dumpingpreise für Produkte aus China möglicherweise einen europäischen Fertigungsanteil festschreibe. Im Konzernverbund soll sich Sunways vor allem auf die Themen Wechselrichter, Forschung und Entwicklung konzentrieren. Als eigenständige Firma solle die Sunways AG erhalten bleiben, so Wilhelm. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Otto Mayer gab sich in Sachen Fortbestand des Unternehmens zuversichtlich – er lud schon einmal zur Hauptversammlung 2013 ein.

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